Pilz: "AUA mauert, schweigt und deckt"

28. Februar 2005, 12:20
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Grüne planen parlamentarische Anfrage wegen Billigflug-Affäre - Upgrade war seit Monaten vorgesehen

Wien - Die Affäre um das Ticket-Upgrading von Finanzminister Karl-Heinz Grasser (V) findet kein Ende. Der Grüne Abgeordnete Peter Pilz erhob am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien neue Vorwürfe gegen Grasser sowie gegen die AUA. Nach dem derzeitigen Stand hat Grasser im Oktober 2004 ein Economy-Class-Ticket um 1.199.- Euro gebucht. Laut Pilz waren zu diesem Zeitpunkt die Plätze in dieser Klasse aber bereits ausgebucht, was dafür sprechen würde, dass "für Grasser und seine Freundin von Anfang an ein Upgrading vorgesehen war", ergänzte Pilz später in einer Aussendung. Grasser und die AUA wiesen die Vorwürfe zurück.

Beste Plätze seit Monaten reserviert

Laut einer Rechnung vom 22. Oktober 2004, die Grasser am Dienstag als Faksimile veröffentlichte, hat der Finanzminister für sich und seine Freundin je 1.199.- Euro pro Flugticket bezahlt, dazu kamen je 104,72.- Euro Flughafentaxen. In Summe bezahlte Grasser laut dieser Rechnung somit 2.607,44.- Euro. Diese Angaben decken sich soweit mit den Informationen des Grün-Abgeordneten, allerdings behauptet Pilz, dass Grasser zwar Economy-Class bezahlt hat, für ihn aber von vornherein die besten Plätze im Flugzeug (Kostenpunkt laut Pilz 4.695.- Euro) vorgesehen gewesen waren.

R-Klasse genutzt

Als Beweis dafür führt Pilz die so genannte R-Klasse an, die seiner Meinung nach nur Reisebüro-Angestellte mit einem IATA-Ausweis in Anspruch nehmen dürfen. Laut AUA werden mit der R-Klasse Upgradings von der Economy in die Business Class umgebucht. Für Pilz steht jedenfalls fest, dass "Grasser von Anfang an die R-Klasse zum Economy-Preis gebucht hat, weil das Upgrading bereits vorgesehen war". Auf die Frage ob nun im Oktober 2004 Plätze in der Economy-Class frei waren oder nicht, sagte AUA-Sprecher Hans Jurceka der APA lediglich: "Der Finanzminister hat Economy-Klasse gebucht."

Die AUA betonte außerdem in einer Aussendung erneut, "dass Vorstandsvorsitzender Vagn Sörensen den Finanzminister als Spitzenrepräsentant des anteilsmäßig größten Eigentümers aber vor allem auch als sehr guten Kunden sieht und sich daher entschlossen hat, für diese Reise ein Upgrading in die Business Class durchzuführen".

Parlamentarische Anfrage

Pilz kündigte nun eine parlamentarische Anfrage an Grasser und den restlichen Regierungsmitglieder an, denn er habe "den Eindruck, dass die Regierung sehr flugbegeistert" sei, so Pilz. Außerdem wolle er auch andere Flüge Grassers unter die Lupe nehmen. Der AUA warf Pilz vor, sie würde in der Causa "mauern, schweigen und decken". Empört zeigte sich Pilz auch darüber, dass Generaldirektor Sörensen mit Grasser einen Eigentumsvertreter beschenke und das auch noch verteidige. Daher wolle er sich auch noch die "Geschenkspolitik" der Fluglinie anschauen, so Pilz. (APA)

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    Für Pilz steht jedenfalls fest, dass "Grasser von Anfang an die R-Klasse zum Economy-Preis gebucht hat, weil das Upgrading bereits vorgesehen war".

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