218.000 Euro für Public Netbase sind fix, aber "Tropfen auf heißem Stein"

1. Februar 2005, 13:15
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ÖVP kritisierte bei Gemeinderatsbeschluss Monopolstellung der Netzkulturinitiative - Antrag auf Jury für Neue-Medien-Subventionen scheiterte

Wien - Nach dem Zuspruch im Gemeinderatsausschuss für Kultur und Wissenschaft, folgte nun auch der offizielle Gemeinderatsbeschluss: Mit den Stimmen von SPÖ und Grünen wurde eine Jahressubvention von 218.000 Euro für den Verein "Public Netbase Media-Space" beschlossen. Weitere 72.000 Euro wurden - gegen die ÖVP - für "Neue Medien" reserviert. Die ÖVP kritisierte die Monopolstellung der Medienkunst-Institution Public Netbase und verlangte eine Jury, die künftig über die Vergabe von Subventionen im Bereich Neue Medien entscheiden soll. Ein entsprechender Antrag scheiterte an der SPÖ.

Harsche Kritik von ÖVP und FPÖ: "Virtuelle Partei der Bekämpfung und Beschimpfung der schwarz-blauen Bundesregierung"

ÖVP-Kultursprecher Andreas Salcher kritisierte, dass mit "Public Netbase" eine dominierende Organisation 80 Prozent der Gelder erhalte. Außerdem habe sich der Verein von seinem ursprünglichen Unternehmensgegenstand weit entfernt und sei heute eine "virtuelle Partei der Bekämpfung und Beschimpfung der schwarz-blauen Bundesregierung". Er forderte daher die Einsetzung eines unabhängigen Kurators und einer Jury, die über die Vergabe der Fördergelder entscheiden sollte.

Auch die FPÖ stimmte gegen die Subvention für die "Public Netbase", und zwar "voller Inbrunst", wie Kultursprecherin Heidemarie Unterreiner betonte. Auch FP-Gemeinderat Gerald Ebinger kritisierte, dass die Institution seit Jahren das "Zentrum des Widerstands gegen Schwarz-Blau" sei. Die Subventionsforderung in Höhe von rund 1,2 Mio. Euro bezeichnete er als "Dreistigkeit".

Grüne bemängeln "lächerliche" Mittel für Förderung Neuer Medien

Marie Ringler von den Grünen zeigte sich über den ÖVP-Antrag nicht glücklich, er könne aber immerhin den Auftakt zu einer Diskussion bedeuten. Sie kritisierte, dass Initiativen im Bereich der Neuen Medien wie die Basis Wien oder das Depot generell "zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel" an öffentlichen Fördermitteln zur Verfügung hätten. "Diese Kulturschaffenden brauchen mehr als die lächerlichen 72.000 Euro, und auch die 218.000 Euro für die Netbase sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein", so Ringler.

SPÖ rechtfertigte Höhe der Förderungen mit dem Ausfall des Bundes

Für die SPÖ kritisierte Sybille Straubinger, dass der Bund seine Unterstützung für die "Public Netbase" auf Null reduziert habe und Wien einspringen habe müssen. Die Kritik der Grünen an der Höhe der Subventionen ließ sie unter Verweis auf weitere Förderschienen im Bereich des Bildungs- oder des Wirtschaftsressort nicht gelten.

"Public Netbase" hatte Mitte Jänner vor einer existenziellen Bedrohung auf Grund der niedrigen Dotierung gewarnt. Die jetzt beschlossene Subvention ermögliche lediglich das Aufrechterhalten eines "Notbetriebes", wurde damals seitens des 1994 gegründeten Vereins beklagt. (APA)

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