Fertigung als logistische Herausforderung

3. Februar 2005, 15:16
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Bauteile für den neuen Riesen-Airbus werden in ganz Europa produziert - Mit Infografik

Toulouse - Zu Lande, zu Wasser und in der Luft gelangen die Einzelteile es neuen Riesen-Airbus A380 in die südwestfranzösische Montagehalle Toulouse-Blagnac. Im größten Passagierjet der Welt steckt High-Tech aus ganz Europa, wobei vor allem der Transport der Großteile eine logistische Herausforderung darstellt:

Der riesige Rumpf des A380 wird in der französischen Hafenstadt St. Nazaire zusammengebaut, seine Einzelteile stammen aus Werken in Hamburg, Neapel, Cadiz und Nantes. Die Leitwerke kommen aus Spanien, die Tragflächen aus Großbritannien.

Im Vereinigten Königreich sitzt mit dem Zulieferer Rolls-Royce auch einer der beiden Motorenhersteller; alternativ kann der A380 mit Düsentriebwerken des US-Riesen General Electric ausgestattet werden.

Die Bereifung für den A380 fabrizieren die zentralfranzösische Firma Michelin - die dazu für die Concorde-Überschalljets neu entwickelte Reifen nutzt - sowie Bridgestone aus Japan. High-Tech-Bolzen stammen aus der Türkei.

Löwenanteil für Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien

Damit wird der Löwenanteil der A380-Aufträge wie üblich von den vier Airbus-Partnerstaaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien abgewickelt: Hinter dem Flugzeughersteller steht nämlich zu 80 Prozent die EADS-Gruppe um den deutsch-amerikanischen Konzern DaimlerChrysler, die französische Lagardere-Gruppe sowie den französischen und den spanischen Staat. Die übrigen 20 Prozent hält British Aerospace (BAe).

Endmontage in Toulouse

Die Endmontage des Airbus A380 erfolgt in Toulouse, von wo aus die Maschinen auch ab 2006 an Flugzeugkunden aus Übersee übergeben werden sollen. Die prestigeträchtigen Auslieferungen soll sich der Airbus-Hauptstandort mit Hamburg-Neuenfelde teilen, wo alle A380 auch ihre Kabinenausstattung erhalten sowie in den von den Kunden gewünschten Farben lackiert werden sollen.

Airlines, Kurierdienste und Leasinggesellschaften aus Europa und dem Nahen Osten sollen künftig ihre A380 in der Hansestadt entgegennehmen. Der Bau des Hamburger Auslieferungszentrums ist derzeit noch in der Schwebe; zunächst soll die dortige Start- und Landebahn des Airbus-Werkes verlängert werden.

Beluga

Für den Transport von Flugzeugteilen zu verschiedenen Werken setzt Airbus bei anderen Modellen ganz auf die firmeneigenen Großfrachtflugzeuge A300-600 ST "Beluga". Die enormen Abmessungen des A380 machen stattdessen einen Mix aus See-, Fluss-, Luft- und Landtransporten erforderlich. So wurde in Südwestfrankreich eigens eine fast 300 Kilometer lange Straße von der Region Bordeaux nach Toulouse für die fälligen Schwertransporte ausgebaut. (APA)

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    Infografik: Fertigungsorte unt Transportwege des Airbus A 380

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