Technologie aus Österreich fliegt mit

3. Februar 2005, 15:16
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Österreichische Firmen mit rund einer Milliarde Euro beteiligt - Auch dank Eurofighter-Gegengeschäfte - Größter Teil entfällt auf FACC

Wien - Im neuen Airbus A380, der am Dienstag in Toulouse erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, wird - nicht zuletzt dank der Gegengeschäfte für den Eurofighter-Deal - auch eine Palette österreichischer Hochtechnologie zum Einsatz kommen. Der österreichische Beitrag wird von Andreas Geisler, Experte der ASA Austrian Space Agency, auf rund 1 Mrd. Euro für den ersten Produktionszyklus geschätzt.

Während dieser ersten Produktionsphase sollen bis 2020 rund 600 A380-Flugzeuge produziert werden. Die Gesamtentwicklung des A380 kostete rund 12 Mrd. Euro, das Dreifache des gesamten österreichischen Forschungsbudgets, so der ASA-Experte.

FACC

Wertmäßig der größte Teil des heimischen Beitrages entfällt auf das oberösterreichische Hightech-Unternehmen Fischer Advanced Composite Components AG (FACC): Gesamtauftragswert zwischen 720 und 900 Mio. Euro, schätzt Geisler.

FACC entwickelt und liefert wesentliche Strukturbauteile für Rumpf und Flügel. 60 Mio. Euro hat FACC investiert, 80 Ingenieure sind seit 2002 mit diesen Arbeiten beschäftigt.

Für eine A380 werden bei voll angelaufener Serienfertigung im Jahr 2005 hunderte einzelner Bauteile mit einem Gesamtwert von 1,3 Mio. Euro - Bauanteil am Flugzeug rund 1 Prozent - von FACC aus Ried kommen. Ab 2005 werden durchschnittlich 200 Mitarbeiter über die nächsten 20 Jahre in dem Projekt beschäftigt sein. FACC beschäftigt auch einige österreichische Unterauftragnehmer wie etwa Westcam und HTP.

Böhler Schmiedetechnik

Böhler Schmiedetechnik GmbH & Co KG, Kapfenberg, ist am Airbus A380 an den Systemen Seitenleitwerk, Pylon, Triebwerksaufhängung, Flügel, Landeklappensystem und Fahrwerk beteiligt. Ihre Kernkompentenz liegt in der Warmformgebung von hochfesten Legierungen auf Stahl-, Nickel- und Titanbasis.

AMAG Rolling

AMAG Rolling, Ranshofen, ist ein weiterer Leichtmetall-Lieferant für den A380. Geliefert werden Aluminiumbleche für die GLARE-Rumpfschalen. Bei Glare handelt es sich um eine von fünf neuen Technologien, die erstmals im A380 gesetzt werden.

Wild Austria

Wild Austria, Völkermarkt in Kärnten, ist in den Bereichen technische Optik, Medizintechnik und Halbleiterindustrie tätig und liefert für den A380 mechanische Präzisionsteile für die Landeklappenträger.

TTTech Computertechnik

Die Wiener TTTech Computertechnik AG wurde von der Frankfurter Nord-Micro mit der Erstellung des internen Kommunikationssystems für das Airbus A380 Kabinendrucksystem beauftragt. Das Kommunikationssystem basiert auf TTTechs innovativem Time-Triggered Protocol, eine ausgereifte, preisgünstige Netzwerklösung für sicherheitskritische Anwendungen.

Isovolta

Isovolta (Wiener Neudorf) stellt dekorative Folien für den Flugzeuginnenausbau der A380 her. Der A380 wird das erste Passagierflugzeug sein, in dem Elektrolumineszenzfolien eingesetzt werden. Die niederösterreichische Test-Fuchs wurde bei der Entwicklung von verschiedenen Prüfsystemen eingebunden.

Hitzinger / MCE Stahl- und Maschinenbau

Die Linzer Hitzinger liefert mobile Stromversorgungseinrichtungen. Auch die Linzer MCE Stahl- und Maschinenbau GmbH ist am Bau beteiligt. Sie bekam 2002 den Auftrag über Planung, Fertigung und Montage einer Vorrichtung für den Zusammenbau der oberen Halbschalen des Rumpfes am Standort Hamburg.

Derzeit werden weitere Bühnenwerke für die Ausstattungsmontage errichtet. Frequentis hat das Sprachkommunikations- und Informationssystem geliefert. (APA)

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