Intelligente Netze für Sparefrohs

29. Jänner 2007, 18:46
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Gezielte Investitionen in effiziente Netzwerke helfen, betriebliche Abläufe zu optimieren - Aufholbedarf in KMU

"Es gibt heute kaum eine Branche, die ohne IT-Unterstützung für ihre Arbeitsprozesse auskommt. Daher spielt das Netzwerk eine zentrale Rolle." Hinweise wie jener von Peter Pickem, Product Manager von Kapsch BusinessCom, sorgen bei vielen Bossen für verblüffte Blicke: Dass Firmen ohne gute Mitarbeiter abstürzen, ist klar. Vermeintlichen Techno-Accessoires wie dem Network wird viel weniger Bedeutung zugemessen.

Für Auf- und Nachrüstung müssen Abteilungsleiter daher oft rhetorische Trapezakte absolvieren, bevor sich der Tresor öffnet. Denn nicht bei allen Entscheidern hat sich herumgesprochen, dass eine Hand voll Euros Wirkung zeigt. "Die Möglichkeiten des verbesserten Einsatzes werden noch unterschätzt. Solche Investitionen sind keinesfalls nur unter technischen Gesichtspunkten zu sehen, sondern ebenso unter Businessaspekten", unterstreicht Erwin Menschhorn, IBM Network & Connectivity Services.

Spürbare Folgen

Die Folgen sind im betrieblichen Alltag positiv spürbar. Das Zauberwort lautet dabei elektronische Optimierung, beispielsweise im Bereich Kommunikation. Eine Sprachmailbox, abrufbar von Handy, Computer, PDA (Personal Digital Assistant) und vom Festnetztelefon, reduziert bei Vorgesetzten die Albtraumvision vom nur schwer erreichbaren Kollegen. Unified Messaging wiederum macht die Kontaktaufnahme innerhalb sowie außerhalb des Büros einfacher.

Nah am Kunden

Die Netztalente sind damit noch keineswegs ausgeschöpft. Menschhorn: "Das zeigen auch Entwicklungen, die auf höhere Geschwindigkeit und Integration von Daten, Sprache sowie Video auf eine Plattform abzielen." Die steigende Komplexität durch Implementierung neuer Applikationen fordert jedoch heute gesteigerte Flexibilität von den Verantwortlichen. Aufgewertet wird dadurch die Serviceorientierung der IT-Dienstleister: Sie müssen mit Kunden Strategien für die Weiterentwicklung entwerfen.

Kostenfrage

Sofern Bereitschaft besteht. Denn nicht überall ist genug Bewusstsein für den Hightechbereich vorhanden. Experten orten strukturelle Defizite. "Die heimische Unternehmenslandschaft ist geprägt von Klein- und Mittelbetrieben. Hier existiert Aufholbedarf, was die verwendeten Technologien betrifft", konstatiert Pickem. Er kennt recht probate Mittel, die als Weckruf dienen könnten: "Eine Frage, die regelmäßig Erstaunen hervorruft, ist jene nach den Kosten, die ein Ausfall des Netzwerkes verursacht. Da wird die Bedeutung schnell klar."

Spätes Erwachen

Andere denken erst um, wenn schon sämtliche Alarmsirenen laut heulen. Viren, Würmer, Hacker und andere finstere Phänomene der digitalen Ära demonstrieren nachhaltig, warum das Netzwerk kein betrieblicher Statist sein sollte. Ausnahmesituationen erhöhen die Handlungsbereitschaft: Wenn raffinierte Cybermonster à la Love Letter die Produktivität spürbar beeinträchtigen, können Lösungsanbieter gleich den Vertrag mitbringen.

Gefragt ist Kreativität: Kapsch BusinessCom setzt beispielsweise auf sich selbst verteidigende Netzwerke. Was sich nach der Idee für einen Actionstreifen anhört, schont das Nervenkostüm von Managern. Solche Einrichtungen sind in der Lage, selbstständig auf Attacken zu reagieren. Eine positive Perspektive in Zeiten hyperaktiver Virenschreiber. Damit könnten IT-Leiter vielleicht auch Sparefrohs im Chefsessel überzeugen. (Christian Prenger, DER STANDARD Printausgabe, 17.01.2005)

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    foto: der standard/fischer
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