Wie macht man aus einer Abteilung eine Firma?

1. Februar 2005, 14:52
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Im Sommer 2000 erfolgte die Umwandlung in eine AG

Vor allem war es das Jahr, in dem man mit einem Mal vor der Frage stand: Wie macht man aus einer Abteilung eine Firma? Die "Süddeutsche Zeitung" war bereits 1998 beim STANDARD eingestiegen – hatte allerdings die Onlinedivision nicht mit übernommen. Womit ein langwieriger Prozess der Ausgliederung begann: Zum Jahreswechsel 1999/2000 war eine GesmbH gegründet worden – im Sommer 2000 erfolgte bereits die Umwandlung in eine AG.

Und man stand vor dem Problem: Da gibt es ein überaus erfolgreiches Produkt, aufgeblähte Strukturen – und kein Geld. Daher wurden im Sommer 2000 nach langer Diskussion auch vier Geschäftsfelder festgelegt, die den Standard.at auf eine wirtschaftlich solide Basis stellen sollten:

  • Die Onlinewerbung
  • Rubrikmärkte wie der Stellenmarkt,
  • Content-Solutions und Dienstleistungen sowie
  • E-Commerce.

Nur der letzte Punkt wurde nach mehreren fantasievollen Versuchen wieder aufgegeben. Bei der Onlinewerbung gab es ein langsames, konstantes Wachstum – aber immer noch auf relativ niedrigem Niveau. Weit rascher das Wachstum aber bei den Rubrikmärkten – "ganz einfach deshalb, weil dort der Response am eindeutigsten nachvollziehbar und beweisbar ist", erläutert Mitteräcker. Und die Content-Solutions "sind jener Bereich, wo das Auf und Ab und alle Irrwege dieser Branche direkt in Geschäftsfelder umgesetzt werden", lacht Gerlinde Hinterleitner. Der folgende große Crash, der die ganze New Economy in den nächsten Jahren gewaltig durchbeuteln sollte, konnte so übertaucht werden.

Burning ring of fire

Was folgte, war "eine Konsolidierungsphase, die sich gewaschen hatte" – auf technischer, kaufmännischer und organisatorischer Ebene. Die Kommerzialisierung wurde nun professionell vorangetrieben – das meiste Hirnschmalz wurde der Frage gewidmet: Wie präsentiere ich Werbung im Internet, die auch zumutbar ist? Schließlich war bis 2000 einzig und alleine mit einem geworben worden: mit Bannern. Es war ein langer, mühsamer Weg, bis die Onlinewerbung endlich halbwegs standardisiert war. Dann aber ging es Schlag auf Schlag und eine Zeit lang kamen fast vierteljährlich neue Technologien und Formate daher – wobei deren Entwicklung und Einführung "oft mehr verschlang, als eingenommen wurde", erinnert sich Alexander Mitteräcker.

Teil zehn: "Das wächst und wächst und wächst"

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