Lebenslanges Lernen zur Sicherung des Wohlstandes

29. März 2006, 15:12
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Die Industriellenvereinigung spricht klare Worte: Der Wandel zur Wissensgesellschaft braucht in Österreich mehr Struktur, mehr Unterstützung und vor allem mehr Beachtung

"Es ist wichtig, der Tatsache Beachtung zu schenken, dass Lernen ein Türöffner zur eigenen, verbesserten Lebensqualität ist. Inhaltlich, für die persönliche Entwicklung und nicht zuletzt für den eigenen Wohlstand."

Holger Heller hat sich gemeinsam mit der "Focusgroup LLL", einer Projektgruppe unter der Leitung von Monika Kircher-Kohl (Infineon Technologies Austria AG), das vergangene Jahr über mit dem Thema des "Lifelong Learning" (LLL), dem lebensbegleitenden Lernen, auseinander gesetzt. Mit dem kürzlich erschienenen und von ihm verfassten Weißbuch stellt die Industriellenvereinigung (IV) der Politik klare Handlungsoptionen zur Verfügung, die bis Ende 2005 zur Verabschiedung einer umfassenden LLL-Strategie führen könnten.

Bildung im Wandel

Das optimistisch hoch gesteckte Ziel, Österreich zum Qualifikations-Weltmarktführer zu machen, soll das Bewusstsein für die Notwendigkeit von LLL-Maßnahmen wachrütteln. Heller: "Für ein kleines Land wie Österreich ist Qualifikation das Um und Auf - zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes und somit auch unseres Wohlstandes." Qualifizierte und sich laufend weiterbildende Mitarbeiter seien dafür ein, wenn nicht der Schlüsselfaktor. Und vor dem Hintergrund einer Entwicklung zur "Wissensgesellschaft" - so ist es im Weißbuch nachzulesen - müsse das Land vor allem ein leistungsfähiges Bildungssystem ins Zentrum seiner Bemühungen stellen. Dieses "Gerüst" solle den Lernenden in den Mittelpunkt rücken und ihn lebensbegleitend unterstützen und dies aus folgenden Gründen:

  • Lifelong Learning (LLL) sei das Fundament jeder modernen Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft.
  • LLL werde zukünftig jener Wettbewerbsfaktor sein, der wesentlich zur Standortsicherung beitrage.
  • LLL sei für den Einzelnen als "Beschäftigungsversicherung" Garant für seine "employability".

Demnach müsse:

  • LLL von Politik und Gesellschaft gleichermaßen auch als Instrument der Wohlstands-und Pensionssicherung verstanden werden.

Allein die demografische Entwicklung könnte sich - laut Weißbuch - vor allem bei Vernachlässigung des Potenzials älterer Arbeitnehmer als Hemmschuh für den Wirtschaftsstandort erweisen. Schätzungen der Statistik Austria zufolge nimmt das oberste Segment (60+) weiter zu (von rund 21 Prozent im Jahr 2001 auf 36 Prozent im Jahr 2050). Das jüngste Segment (bis 15 Jahre) wird aber gleichzeitig weiter ausdünnen (von rund 17 Prozent im Jahr 2001 auf zwölf Prozent im Jahr 2050). Die Notwendigkeit eines Maßnahmenpaketes sei - laut Heller - allein aus diesem Grund immanent.

Die zentrale Frage sei demnach: "Ist das Bildungssystem auf die LLL-Notwendigkeiten vorbereitet?" "Es ist großes Potenzial vorhanden", so Heller, "allerdings fehlt es an Struktur und an nötigem Verständnis für eine gesamthafte Sicht auf das Thema." Mit dem Weißbuch "fertige" Lösungen anzubieten läge der IV fern. Vielmehr wolle sie zur notwendigen Diskussion anregen.

Heidi Aichinger

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