Russisch, Tschechisch und Co

29. März 2006, 15:12
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Crashkurse als Sprachproben Ostsprachen liegen im Trend, obgleich eine gewisse Scheu davor zu beobachten ist

Wer sich nicht sicher ist, welche Sprache er zu erlernen vermag, dem bietet sich das Schnuppern in Form von Crashkursen an. Dazu passend: ein Training in interkulturellem Management.

Intern nenne man die Crashkurse in Ostsprachen auch "Papageien-Kurse": "Sie können Leute begrüßen, nach dem Weg fragen und sich verabschieden", sagt Gabriele Frömel von biz.talk Language Consulting. Mehr als ein "Reinschnuppern", den Erwerb "der rudimentärsten Basis" einer Sprache, könne man in zwei Tagen auch nicht erwarten. "Es gibt eine gewisse Scheu vor Ostsprachen", führt sie aus, und darüber könne so ein Kurs hinweghelfen.

Eine breite Palette

Ein Intensivtraining, wie man es in neun dieser Sprachen anbiete - jenen der EU-Staaten Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien und Polen, sowie in Russisch, Kroatisch, Rumänisch und Bulgarisch - dauere dann "sicher drei Monate".

Nichtsdestotrotz blieben Crashkurse ein guter Einstieg für Leute, die beruflich ins Ausland entsandt werden. Auch wenn Kundengespräche vor Ort "meist in Englisch" ablaufen, gehöre es "zum Goodwill, dass man sich mit der Sprache und Kultur" des Partners auseinander setzt, sagt Frömel. Und: Je weiter man sich von großen Ballungszentren entferne, desto schneller "nehmen die Englischkenntnisse der Einheimischen ab".

"Wenn", wie es Frömel schon erlebte, "jemand als Vertriebsleiter den ganzen Balkan zu betreuen hat", dann böten sich die Schnupperkurse besonders an. Man werde in kürzester Zeit mit verschiedenen Sprachen vertraut und entscheide dann, was einem liegt oder was man benötigt.

Wer sich über den Spracherwerb hinaus für ein Land und seine Kultur interessiert, dem bieten sich Trainings in interkulturellem Management an. Das Arbeiten in "gemischten Teams" verlange Sensibilität in mancherlei Hinsicht: "Wie komme ich zu einem gemeinsamen Ergebnis? Wie sehr sind die Menschen noch vom Kommunismus geprägt? Wie sieht ihre Fähigkeit zur Eigeninitiative aus?" seien Themen, die man in Ein- oder Zweitageskursen behandle.

Insgesamt steige der "Trend zu Ostsprachen", so Frömel, wenngleich man, umgekehrt, im Osten viel weiter sei: "Diese Menschen sind ,hungrig'. Sie wollen schnell reich werden. Sehr gute Englischkenntnisse und oft auch gute Deutschkenntnisse sind dort nichts Ungewöhnliches." Weshalb man durchaus fürchten müsse, "dass wir irgendwann überholt werden. Diese Leute sind wesentlich engagierter als wir Österreicher."

Bernhard Madlener

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www.biztalk.at
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