Egal, ob hier oder weg

11. Februar 2005, 17:03
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Ein Kommentar von Rainer Schüller zur Wieder-Aufführung der FPÖ-Obmann-Debatte

Tritratrallala, der Jörgl, der ist wieder da. Oder doch nicht? Die FPÖ führt wieder eine Obmann-Debatte und der Kärntner Landeshauptmann, der sowieso nie wirklich weg war, befindet sich einmal mehr zwischen da und schon wieder weg. Doch was könnte diese Neuauflage der alten Kasperliade der FPÖ bringen?

Erstens: Es ist Wahlkampzeit. In der Steiermark und im Burgenland treten Blaue an, die gegen die völlige Bedeutungslosigkeit ihrer Landesparteien kämpfen. Und wer kennt schon einen Schöggl oder einen Tschürtz? Da hilft es natürlich, wenn der Haider über „News“ verkündet, er sei zur Parteiübernahme bereit. Damit das Spiel nicht gleich wieder vorbei ist, wird tags darauf sofort wieder dementiert. War ja nicht so gemeint. Fortsetzung folgt jedoch bestimmt. So oft, bis auch am hintersten Stammtisch in der burgenländischen 78-Seelen-Gemeinde Tschanigraben die Leute daran erinnert werden, dass es die FPÖ noch gibt.

Zweitens: Während die ÖVP im Jubiläumsjahr ein Fest nach dem anderen gibt, um sich selbst zu feiern, tritt der kleine Koalitionspartner, der zum Teil ja auch so seine Probleme mit der Nation Österreich hat, noch mehr in den Hintergrund als sonst. Haider-hier-weg-hier-weg könnte ein Versuch sein, da dagegen zu steuern. Ein Hilferuf einer Partei, die nicht zur Party eingeladen wurde, aber auch gerne mitfeiern würde.

Drittens: Eine öffentliche Obmanndebatte überdeckt politische Problemzonen. Wenn sich nun auch Vizekanzler Gorbach als Spitzenkandidat für die Nationalratswahl 2006 und somit als FP-Chef ins Spiel bringt, dann bringt das ein Ablenkungsmanöver von Negativ-Themen wie den Frühpensionierungen bei den ÖBB. Gorbach weiß freilich, dass er bei einem direkten Antreten gegen Haider keine Chance hätte. Aber solange Haider weg ist, kann Gorbach ja hier sein. Oder zumindest so tun als ob, in der Hoffnung, ein Titelbild zu ergattern.

Das Problem der FPÖ: Die Partei hat schon zu oft auf dieses Theater zurückgegriffen. Und mittlerweile interessiert es auch den letzten Tschanigrabner, der sich 2002 noch für die blaue Truppe entschied, nicht mehr. Schließlich ist es ja auch egal, ob nun Haider oder Gorbach oder Haubner gerade da ist. Denn auf eines ist bei der FPÖ Verlass: Sie sind sowieso bald wieder weg.

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