Es war ein deutlicher Ruck hin zu den "Fundis", der sich nun in der grünen Kandidatenliste für die nächste Gemeinderatswahl widerspiegelt. Und schon wurde hinter vorgehaltenen "Realo"-Händen geraunt: "Der Häupl kann heut Abend gleich eine Flasche Champagner aufreißen." Das Signal ist jedenfalls eine Abkehr vom bürgerlich-urbanen Lager. Und ob es diesen Kandidaten gelingt, genug rote und Nichtwähler zu überzeugen, um die SPÖ-Absolute zu brechen, bleibt abzuwarten.
Eines aber wird immer unwahrscheinlicher: Die Spitzenkandidatin Maria Vassilakou hat sich im STANDARD bereits mehr als vorzeitig für eine rot-grüne Koalition nach den nächsten Wiener Wahlen ausgesprochen. Doch selbst wenn der SPÖ die absolute Mandatsmehrheit abhanden käme: Ein Pakt mit den Grünen kommt jetzt kaum noch in Frage. Mit wem soll Häupl denn realistischerweise verhandeln, wenn ein Christoph Chorherr weit nach hinten und ein Routinier und Rathausinsider wie Günter Kenesei gleich ganz rausgedrängt wurden? (DER STANDARD, Printausgabe, 17.1.2005)
damit er seinen frust runterschlucken kann. die kandidatenliste der grünen ist ein maximum an attraktiv. da finden sich durchgehend personen, die vor tatendrang sprühen, für die politik eine herzenssache ist und die das nicht wegen des hohen verdienstes tun. wenn er, häupl, seine leute mit den grünen vergleicht, muss ihm wohl wehmütig ums herz werden.
Tja, leider zeigt sich bei den Wiener Grünen, dass es für eine Partei-Karriere besser ist, groß zu reden, als konstruktiv zu arbeiten.
Nachdem ich von Herrn Margulies bisher außer dem Namen nichts wusste (obwohl ich mich für Politik eigentlich sehr interessiere), hab ich mal auf der grünen Website nachgelesen, und da wurde es mir klar: Das letzte Mal hat man von ihm bei den Protesten gegen die schwarz-grünen Verhandlungen gehört - seitdem Funkstille, während Chorherr, Kenesei, Jerusalem, Ringler & Co regelmäßig auch mit realen Erfolgen präsent waren.
Um Karriere zu machen, reicht es also anscheinend, zu strategisch günstigen Zeitpunkten groß zu reden und dann wieder unterzutauchen - sehr schade für die Wiener Grünen!!
wurscht, ob die grünen sich in wien links, mittig oder rechts ausrichten, denn nach der wahl werden sie durch die absolute für die roten sowieso wieder in der opposition sein.
der bürgermeister wird sich die letzten verbleibenden getreuen von den zerbröselnden schwarzen und roten holen, damit können die grünen dazugewinnen, was sie wollen - für das brechen der absoluten wird es nicht reichen.
bei dieser kandidatenliste der grünen ist es wahrscheinlich auch besser so ... :-/
ist aber trotzdem schade ... meine einzige option ist damit leider dahin.
ich bin ein grün-wähler der 1. stunde und gehöre dem (immer kleiner werdenden) liberal-mittigen lager an.
was mir bei dieser geschichte in wien so am socken geht ist die tatsache, dass meine politischen "strohhalme", wie kenesei und chorherr durch verbohrte fundis, wie vana und konsorten verdrängt werden. die zunehmend inhaltsleeren eigen-marketing-freaks glawischnig und vassilakou sind ja gerade noch verkraftbar, dass aber jetzt noch die (jung-)und (alt-)kommunisten wieder aus ihren löchern kriechen, macht es mittlerweile unerträglich. sorry, aber der (un)sympathiefaktor der wiener grünen ist durch die tendenz in dieser liste für mich leider grösser geworden.
einen richtigen linksruck seh ich nicht. ich glaub auch nicht, dass viele bürgerliche wähler sich von so einer liste abschrecken lassen...
sich von schwarz-grün abzugrenzen können sich die wiener allerdings auch leichter leisten, als andere länderorganisationen...
...der autor kann seine vorliebe für schwarz-grün nicht ganz verbergen. fundis? wo gibt's denn heute noch grüne fundis!? und in wien übersieht er dabei eines: schwarz-grün ist gar nicht möglich, die einzige mögliche koalitionsvariante in wien für die grünen ist rot-grün. die grünen wären also schön blöd, vor der wahl nicht den willen zum mitregieren zu artikulieren. was soll also der vorwurf, die grünen hätten sich all zu früh auf rot-grün festgelegt...? für die grünen gibt es nur diese option - oder die opposition. dann doch bitte die regierungsansage!
ein mehr als unausgegorener kommentar von freihsl.
meinungen fallen und ist der redaktion nicht gleich aufgefallen. bin ja wahrlich kein gruen waehler aber bei diesem kommentar konnte der author seinen frust wohl nicht verbergen...
ich finde nicht das die gruenen eine art verweigerungs politik betreiben - wie soll man sonst oberoesterreich interpretieren? in etwa dass sie nicht mit rot wollen?
dass die presse gern beim politischen spiel mitmachen wuerde und wenn geht die spielregeln vorgeben moechte ist bekannt aber vieleicht sollten sie dann gleich mal verlieren lernen
anderes kaliber ist als nr.1 bis 7 in Wien. Der steht für eine bürgerliche, andersdenkende linksliberale politik, die nicht in der spö zu hause ist. Die ist von der partie von fr. V. nicht zu erwarten - lesen sie nach im interview mit Hahn, der sie da ordentlich betoniert hat. Überlegen sie warum Chorherr in die vierte reihe zurückgetreten wurde (ist)? Da ist eine kleine gruppe am werk, die die bisherigen imageträger cool abserviert. Aber sie werden gerechter weise alle auf die goschn fliegen.
nicht nur im standard findet sich diese erstaunliche treue zu corherr und co. auch der falter beliebt in den Grünen hauptsächlich einen Steigbügelhalter für die ÖVP zu sehen. Das jetzt Corherr gar nur am 8ten Platz gereiht und gewählt wurde ist ja ein skandal, er sollte weiterhin trotz rückritt mindestens ... was eigentlich? Ja was sollen die Grünen eigentlich machen? Laborieren sie (bund) wie im Moment eher Scheintot durch die Medien ernten sie Unverständnis, wenn die Wiener & Wienerinnen eine Liste wählen die sie für richtig halten reagiert "ein" Roman David-Freihsl beleidigt. Vielleicht sollten auch MedienvertreterInnen lernen dass die Grünen eben nicht ganz so sind wie die restlichen Parteien, dass macht sie für mich auch so atraktiv.
Man könnte eine Liste so erstellen, dass man überlegt, was sollen die Kandidaten nach ihrer Wahl im Gemeinderat tun. Dann würde man vermutlich Kenesei und Chorherr an prominenter Stelle reihen, weil das was sie bisher getan haben über die Partei hinaus Anerkennung fand.
Man kann aber auch solche Leute an prominente Stelle setzen, die Meinungen vertreten, die zwar mit der Gemeinderatswahl nichts zu tun haben, die aber parteiintern gut ankommen.
Offenbar wissen viele bei den Wiener Grünen nicht, woher ihre Wähler kommen. Ein ganz erheblicher Teil ist grundsätzlich gegen Rot und findet, die ÖVP sei das kleinere Übel.
Monika Vana hielt eine Wahlrede und bekam dafür mehr Applaus als Van der Bellen der nur den Raum betrat und vom Präsidium begrüßt wurde.
Derartige Manipulationsversuche sollten höchstens von der "Krone" zu befürchten sein und für eine Zeitung die sich für ein Qualitätsblatt hält absolut unwürdig.
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