"Violeta Dinescu" - Im Garten der Klänge

14. März 2005, 12:07
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Viele Essays rund um die rumänische Komponistin

"Ich suche Möglichkeiten, ein Tor zu öffnen, das uns in den Garten der Klänge bringt, wobei das Tor immer neu, mit immer neuen Schlüsseln geöffnet werden muss und jeden Einzelnen in einen anderen Garten führt."
(Violeta Dinescu im Gespräch mit Eva-Maria Houben)

Die Freundschaft zwischen Violeta Dinescu und Eva-Maria Houben begann im Dezember 1997, bei einem Gastvortrag der Komponistin an der Universität Dortmund. Sie sollte den Grundstein für das erste Buch über die Künstlerin legen, das im Herbst 2004 im Pfau-Verlag erschienen ist.

Viele Sichtweisen

15 AutorInnen beschreiben darin ihre 15 verschiedenen Sichtweisen auf das umfangreiche Werk Violeta Dinescus: Da ist das Interview mit Eva-Maria Houben, indem die Komponistin versucht, ihre Faszination für Klänge und ihren Zugang zur Musik in Worte zu fassen. Da ist die "Laudatio auf Violeta Dinescu" mit der Musikschriftsteller Josef Häusler das persönliche Gesetz ergründet, das hinter ihrem Schaffen steckt und Einblick in ihre Biographie gibt. Musiktheaterpädagoge Markus Kosuch befasst sich mit der erfolgreich aufgeführten Kinderoper "Der 35. Mai", Musikwissenschafter Wolfgang Martin Stroh mit dem Instrumentalwerk "Luftschiffe", Gabor Halasz analysiert die musikalische Sprache der Ionesco-Oper "Hunger und Durst". Und Violeta Dinescu selbst beschreibt ihre Gedanken zum Thema Komposition und Mathematik.

Künstlerin und Mensch

Sie alle spannen einen weiten Regenbogen über die Künstlerin Dinescu und geben gleichzeitig ein Bild vom herzlichen und tiefsinnigen Menschen Violeta. Am Ende des Reigens steht ihr erstes vollständiges Werkverzeichnis plus Biblio- wie Diskographie. Auszüge aus Partituren, die die persönliche Handschrift der Komponistin tragen, dürfen natürlich nicht fehlen.

Keine leichte Aufgabe sei das gewesen, sagt die Künstlerin, die ganzen Daten zusammenzutragen, die mit den Werken verbunden sind. Und auch Herausgeberin Houben weiß ein Lied davon zu schreiben: "Ich habe noch vor Augen, wie Violeta Dinescu und ich in einer Winternacht über den Campus der Oldenburger Universität liefen, das Notebook angefüllt mit neuen Errungenschaften und Entdeckungen, Daten und Angaben", schreibt sie im Vorwort. "Ob jetzt wirklich alles richtig ist? 'Bist Du wirklich sicher? Es muss schließlich alles stimmen.' Antwort: 'Und wenn manchmal etwas nicht stimmt – es tötet niemanden.'" (isa)

Houben, Eva-Maria(Hg.):
"Violeta Dinescu",
Pfau-Verlag, Saarbrücken, 2004,
168 S., 15,50 Euro
ISBN 3-89727-273-3
  • Artikelbild
    cover: pfau-verlag
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