Mit Blick auf den Achensee

26. März 2007, 14:05
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Der Bärenkopf südlich von Pertisau am Achensee gehört zwar zu den unscheinbaren und auch nicht gerade zu den bekanntesten Gipfeln des Karwendelgebirges, nimmt aber trotzdem eine Sonderstellung ein.

Von seinem höchsten Punkt hat man nämlich den schönsten Blick auf den Achensee, den man in seiner vollen Länge und Pracht überschaut. Dazu kommt eine Rundsicht, die nur mit Superlativen zu beschreiben ist. Man hat die vielen markanten Erhebungen des Karwendels, das Rofangebirge mit Rofanspitze und Hochiß, den Alpenhauptkamm vom Großglockner bis zum Olperer und einen Teil des Kaisergebirges vor Augen. Dazu gesellt sich ein einmaliger Tiefblick ins breite Tal des Inn und zum Beginn des Zillertales.

Intakte Landschaft

Eine Besteigung des Bärenkopfs ist zudem wenig anstrengend, wenn man die Seilbahn von Pertisau auf den Zwölferkopf benützt, die einem einen Anstieg von rund 500 Höhenmetern erspart.

Die Wanderung bietet viel Abwechslung und führt durch eine wunderschöne, intakte alpine Landschaft, denn oberhalb von 1500 m ist die Region noch naturbelassen und nicht von Pisten und Aufstiegshilfen beeinträchtigt. Daher weist auch die Blumen- und Pflanzenwelt keine Mängel auf und erfreut Auge und Herz.

Obgleich der Gipfelbereich mit Felsen gespickt ist, macht die Runde keine Schwierigkeiten, teilweise ist der Weg allerdings steil und bei Nässe möglicherweise auch rutschig.

Ungeklärt blieb die genaue Höhe des Bärenkopfs. Auf dem Gipfelkreuz und auf dem Gipfelstempel sind 1981 m angegeben, die Bundesamtskarte verzeichnet eine Höhe von 1991 m.

Am Weg liegt das malerische, typische Tiroler Gasthaus Bärenbadalm, dem man unbedingt einen Besuch abstatten sollte, denn die Speisekarte bietet einige Tiroler Köstlichkeiten. Die Speckgerstelsuppe etwa stellt auch anspruchsvolle Gaumen zufrieden und wäre allein schon Grund genug für diese Wanderung.

Man fährt mit der Gondelbahn von Pertisau auf den Zwölferkopf und wandert dann fast ebenen Weges in etwa einer Viertelstunde zum Wirtshaus Bären- badalm. Nun beginnt ein langer, etwas steiler, rot markierter Weg, auf dem man rasch Höhe gewinnt, sofern man nicht immer wieder stehen bleibt, um die herrliche Aussicht zu genießen. Nach etwa 1½ Stunden erreicht man das kleine Gipfelplateau und den höchsten Punkt des Berges.

Nun ein kurzes Stück zurück, dann zweigt man nach links auf den rot markierten Weg zum Weißenbachsattel ab und ist in einer Dreiviertelstunde dort. Man hält sich rechts und steigt in einer weiteren Dreiviertelstunde zur Bären- badalm ab.

Auf bekannter Route gelangt man wieder in einer Viertelstunde zur Bergstation der Seilbahn. Wer die Tour etwas ausdehnen möchte, kann von der Bärenbad- alm steil durch das Perchertal und auf der Lehne des Zwölferkopfs direkt nach Pertisau absteigen. Gehzeit ab Bärenbad- alm eine Stunden.

Gesamtgehzeit: 3½ bzw. 4¼ Stunden; Höhendifferenz 500 bzw. 1000 m im Abstieg. Wirtshaus Bärenbadalm und Gasthaus bei Bergstation der Seilbahn.

Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 119 (Schwaz)

Von Bernd Orfer
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