ORF sieht sich von Oberlandesgericht bestätigt

16. Februar 2005, 13:25
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"Sport am Sonntag" demnach keine "Unterhaltungssendung über Fußball", sondern "Sportmagazin"

Im Zwist zwischen dem ORF und dem Pay-TV-Sender Premiere über die Fußball-Bundesliga-Berichterstattung haben wieder einmal die Gerichte gesprochen. Der ORF teilte am Donnerstagabend mit, dass er vom Oberlandesgericht Wien "vollinhaltlich Recht" bekommen habe. Das Gericht stellte demnach fest, dass der ORF Sendungselemente nicht in die Maximaldauer von 90 Sekunden einrechnen müsse - und dass "Sport am Sonntag" keine "Unterhaltungssendung", sondern ein "Sportmagazin" ist.

Premiere, TV-Rechteinhaber für die Bundesliga, und der ORF hatten im vergangenen Herbst immer wieder über die Kurzberichte gestritten. Nach einem Antrag auf Einstweilige Verfügung beim Handelsgericht hatte dieses im Oktober 2004 unter anderem entschieden, dass dem ORF zwar 90 Sekunden Kurzberichterstattung zustehen, dass aber Tabellen und ähnliche Elemente in diese Zeit einzurechnen seien.

Das Oberlandesgericht hielt nun laut ORF fest, dass er außerhalb dieses Zeitbudgets die Bundesliga-Spiele "in Form von Kommentaren, Interviews und Hintergrundberichten" würdigen dürfe. Darunter fielen auch Tabellen, meinte man am Donnerstag beim ORF auf APA-Anfrage. Weiters müsse der ORF Inserts, die zwischen den Kurzberichten der einzelnen Spiele eingeblendet werden, nicht in die zulässige Gesamtzeit einrechnen.

Und schließlich habe das OLG Wien "eindeutig klargestellt", dass "Sport am Sonntag" keine "Unterhaltungssendung über Fußball", sondern ein "Sportmagazin" sei. Daher dürfe der ORF dort Kurzberichterstattung senden. Premiere hatte wiederholt moniert, dass das Recht auf Kurzberichterstattung laut des entsprechenden Bescheids des Bundeskommunikationssenats (BKS) in Sendungen mit "nachrichtenmäßigem" Charakter ausgeübt werden dürfe, diesen bei "Sport am Sonntag" aber vermisst. (APA)

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