Alf Poier – lustig?

26. Februar 2005, 17:42
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TV-Tagebuch zu den Vorwürfen gegen einen Song-Contest-Aspiranten

Am Dienstag wurden in den Klatsch- und Tratschsendungen Seitenblicke (ORF) und Hi Society (ATV Plus) einmal nicht nur Jeannine Schiller und Mausi gezeigt. Auch über die mindestens gleich bedeutenden Eurovisionssongcontest- Teilnahmebegehrer Österreichs wurde berichtet. Eine/r von diesen wird im Februar bei der Qualifikation für die Ukraine, dem Veranstalterland 2005, antreten.

Mit dabei ist wieder der Kabarettist Alf Poier, der gewohnt subtil-infantil mit dem Lied gewordenen Witz "Good Old Europe Is Dying" antritt. Die darin vorkommende Textzeile "Es zogen einst die Christen mit dem Schwerte, es fielen einst die Bomben auf Berlin, und weil sich Mohammed so gut vermehrte, singt schon bald in Rom der Muezzin" beanstandet das "European Network Against Racism" als islamfeindlich. Nun kann man sich einerseits die Frage stellen, ob es Poier notwendig hat, sich dem Zirkus, bei dem er vor zwei Jahren den sechsten Platz erreichte, noch einmal zu stellen.

Aber das ist genauso wenig das Problem wie die Diskussion über die Freiheit der Kunst (Songcontest und Kunst, wie bitte?) oder ob Poier ein Rassist sei – wohl kaum. Trotzdem muss – und sei diese Veranstaltung vom künstlerischen Standpunkt her noch so unbedeutend – gewährleistet sein, dass derlei Verständnisirrtümer für alle ausgeschlossen sind.

So weit müssen die Seitenblicke und Hi Society nicht denken. Im Sinne der Euro-Vision (sic!) muss man darauf allerdings sehr wohl Rücksicht nehmen. Das sollte auch einem Alf Poier einleuchten. (flu/ DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.1.2005)

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