Ex-Spice als Opernball-Würze kommt vielleicht doch nicht

2. Februar 2005, 22:32
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Lugner: "Wir haben noch eine Oscarpreisträgerin in Reserve" - Wer sicher nicht zum Ball geht, sind der Bundespräsident und Helmut Zilk

Richard Lugner präsentierte das ehemalige Spice Girl Geri Halliwell als seinen Opernball-Stargast, der vielleicht aber doch nicht kommen wird. Wer am 3. Februar bereits sicher nicht die Oper besuchen wird, sind Regierungsmitglieder, der Bundespräsident und Helmut Zilk.

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Wien - Geri Halliwell soll's heuer sein - oder vielleicht doch nicht, jedenfalls sei's heuer schwierig, wie Richard Lugner eigentlich fast jedes Jahr beklagt. Und zwar nicht nur, weil das Ex-Spice-Girl Allüren an den Tag legt wie ein Finanzminister: "Es stört sie, dass es bei den Flügen in Europa nur Businessclass gibt, die wie Economy aussehen", weiß Lugner von Geraldine Estelle Halliwells Ansprüchen zu berichten. Aber Dank der Hilfe eines TV-Senders stehe eh schon ein Jet zur Verfügung.

Lugner hofft, pocht auf seinen Vertrag und freut sich

Sonst jedoch wisse er nicht viel, "wir haben im November unterschrieben und da war der Erfolg gerade nicht so berauschend, aber jetzt hat sie einen Hit und ist die ganze Zeit auf Promotion unterwegs". Tatsächlich landete das Lied "Ride it" von "Geri" in den britischen Charts auf Platz vier, während es sich bei den österreichischen Charts erst von Platz 75 übers neue Jahr auf Rang 55 hinaufkatapultierte. Da gibt's also noch einiges zu promoten.

Lugner hofft, pocht auf seinen Vertrag und freut sich: "Sie ist eine bildhübsche Person, sie ist eine sexy Person." Wie sich auch Frau Christine Lugner laut Herrn Lugner vorfreut: "Meine Frau, die ja Frauen sonst nicht so mag, sagt, sie is eine schöne Frau und hat einen schönen Busen." Wichtigstes Entscheidungskriterium: "Wir wollten diesmal etwas Jüngeres."

Wir haben noch eine Oscarpreisträgerin in Reserve

Was Halliwells größter Hit nach dem Abgang von den Spice Girls war, kann Lugner zwar nicht benennen - "da werd ich nachschaun in meinem Sack, ich hab ja ein Nudelsieb da oben" - und notfalls hat er auch noch eine Reserve im Sack: "Wir arbeiten immer mit doppeltem Boden. Wir haben noch eine Oscarpreisträgerin in Reserve."

"Ich stell lieber eine Mauer für ein Haus auf

Dann muss Lugner noch Fragen beantworten, ob seine Frau am Ball wirklich nichts unterm Kleid anhaben werde - "sie wird's sicher net so machen wie die Frau Koller der einmal der eine Busen rausg'schaut hat". Und was er davon halte, dass der SP-Chef Alfred Gusenbauer den Opernball absagen wollte? "Ein typischer Politikervorschlag. Was mich nichts kostet und was die anderen zahlen, sag ich ab. Meine Frau und ich fahren lieber demnächst einmal runter und tun Packerln verteilen oder ich stell eine Mauer für ein Haus auf."

Bundespräsident und Helmut Zilk kommen heuer nicht

Abgesagt haben jedenfalls schon einige; die Mitglieder der Bundesregierung hatten gleich nach der Flutkatastrophe den Opernballbesuch gestrichen, ebenso Bundespräsident Heinz Fischer (DER STANDARD berichtete). Am Mittwoch dann auch noch Altbürgermeister Helmut Zilk: Ihm sei nach der Flutkatastrophe nicht zum Tanzen zumute.

Direktionsloge wird versteigert

Die Opernballdirektion reagiert wiederum auf ihre Weise - und versteigert, was an sich unverkäuflich ist: Die Direktionsloge wird über das Internetauktionshaus Ebay angeboten - im Rufpreis von 20.000 Euro sind acht Eintrittskarten enthalten. Der Erlös wird dann den Flutopfern gespendet.

Die Raucher-Klage

Andere wiederum überlegen, ob sie von den Opernball-Organisatoren Geld zurückverlangen - wegen des von Direktor Ioan Holender ausgerufenen Rauchverbots. Karl Timel, Vorstand der HDI Hannover Versicherung AG, hat die Rechtsmeinung zweier Anwaltskanzleien eingeholt und überlegt nun ernsthaft, wegen "Wegfalls der Geschäftsgrundlage" zu klagen. "Ich möchte allen Logenbesitzern empfehlen, sich uns anzuschließen", so Timel. Denn man könne durchaus argumentieren, dass ein Rauchverbot, das erst nach dem Verkauf der Logen ausgesprochen wurde, den Wert des Ereignisses mindere.

"Seit Dezember hamma von der Plattenfirma nix mehr gehört."

Richard Lugner hat derweilen andere Sorgen und antwortet auch auf die Frage nach dem Rauchverbot nur mit: "Seit Dezember hamma von der Plattenfirma nix Neues mehr gehört." Dabei hätte er diesmal schon fast einen Mann engagiert. "Einen tollen. Einen Spanier." Daraus wurde dann aber doch "It's raining men". Oder doch nicht. (DER STANDARD Printausgabe 13.1.2004)

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    Kommt Geri Halliwell zum Opernball oder wird sie auf den den Ball, wie Bundespräsident Fischer und Helmut Zilk wegen der Tsunamikatastrophe verzichten?

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