Die älteste Mühle sorgt für neuen Schwung

7. März 2006, 14:55
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Die Sanierung der "Alten Heumühle" soll für neues Leben im Grätzel sorgen

Es steht versteckt in einem Hinterhof und gammelte über Jahre vor sich hin – eines der historisch bedeutsamsten Gebäude von Wien. Dieser Tage wurde mit der Sanierung der "Alten Heumühle" begonnen – und das bringt einen neuen Gestaltungselan im Grätzel mit sich.

Laut Historikern ist die Heumühle im Ensemble Schönbrunner Straße 2/Heumühlgasse 9 der älteste Profanbau Wiens. Teile des Hauses stammen aus dem 14. Jahrhundert. Der Mühlbach – ein Seitenarm des Wienflusses – hatte die Energie für drei Mühlen geliefert: die Schleifmühle, die Heiliggeistmühle (später Bärenmühle) und eben die Heumühle. Der Betrieb wurde erst 1856 eingestellt, als der Mühlbach zugeschüttet wurde.

Generalsanierung

Jetzt wird das gesamte Ensemble generalsaniert – die Heumühle selbst werde über einen Durchgang künftig leichter zugänglich sein, wie Bezirksvorsteherin Bezirksvorsteherin Susanne Reichard (VP) berichtet. Die Mühle wird pro mente Wien als Veranstaltungszentrum für Kultur und soziale Initiativen anmieten. Dazu kommt ein Veranstaltungscafé, das von Menschen mit Psychiatrieerfahrung betrieben wird.

Dauerhafte Vermietung

Mehr noch: Ums Eck wird pro mente auch die Galerie "Sonnensegel" eröffnen, in der auch Werke von Patienten präsentiert und verkauft werden sollen. Um genau solche Belebungen solle sich das Projekt "viertel4" kümmern, so Reichard. "Wie im Freihausviertel oder auch vorne an der Wienzeile sollen Lokale nicht nur bespielt, sondern erfolgreich dauerhaft vermietet werden."

Ein Eck weiter spießt es sich allerdings bei den Planungen: Auch der "Wiedner Stern" an der Kreuzung Margaretenstraße/Heumühlgasse soll umgebaut werden. Derzeit ist in der Margaretenstraße eine Bucht für eine neue Bushaltestelle vorgesehen. Dagegen protestiert Christian Havel vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ): Er favorisiert ein "Haltestellenkap", das den Raum für Passanten fast verdoppeln und ein neues Entree in die Heumühlgasse eröffnen würde. Dies sei bei diesem Straßenquerschnitt nicht möglich, so Reichard. Am wichtigsten ist ihr eine neue Mittelinsel zwischen den Fahrbahnen am anderen Ende der Kreuzung. "Das ist so ziemlich die gefährlichste Kreuzung im Bezirk und genau dort ist ein Schülerübergang." (Roman David-Freihsl/DER STANDARD; Printausgabe, 12.1.2005)

  • Ältestes Haus in Wien: Die Heumühle
    foto: regine hendrich

    Ältestes Haus in Wien: Die Heumühle

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