Hinfahren und Geld ausgeben hilft

21. Februar 2005, 09:50
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Privatinitiative aus Niederösterreich

"Als wir gehört haben, dass Deutsche und Österreicher ausgeflogen werden, haben wir uns gefragt, was das soll. Ich habe Urlaub und ich brauche Urlaub - und das, was die Leute hier brauchen, sind Touristen, die nicht in Panik davonlaufen, sondern bleiben und Geld ausgeben", ist Walter Wilczinsky überzeugt. Der Karosseriebauer aus dem niederösterreichischen Ravelsbach fühlte sich am 26. Dezember nicht wohl und lag noch im Bett, als seine Partnerin Johanna Kogler plötzlich rief: "Das Meer geht über!"

Als er aus dem Bett stieg, war das Wasser zehn Zentimeter hoch ins Zimmer eingedrungen, "keine zehn Sekunden später waren es eineinhalb Meter. Ich hab vergeblich versucht, den Koffer zu schnappen, den hat es weggespült." Reste von den Tickets haben die beiden später gefunden. Sie haben dann eine Reise quer durchs Land gemacht. Ein einheimischer Freund hat sie begleitet: Jerard Perera, dessen Haus zerstört wurde.

Gemeinsam wollen sie "unsere persönliche Hilfsaktion für Sri Lanka" starten, nämlich: "Möglichst viele Freunde animieren, in Sri Lanka Urlaub zu machen. Das Land ist ja weiterhin schön - auch an der Küste. Ich sehe auch gar keinen Grund, sich da übermäßig zu fürchten: Seit 2000 Jahren hat es hier keine solche Flut gegeben. Das ist ja ähnlich wie beim Vesuv, wo wöchentlich zehntausende Touristen Pompeji stürmen. Da sagt ja auch keiner: Da war mal eine Katastrophe, da trau ich mich nicht hin." (DER STANDARD; Printausgabe, 12.5.2005)

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