Profitabel lernen

24. Mai 2005, 11:39
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Klassisch profitorientierte Unternehmen und Non-Profit-Organisationen reichen einander meist öffentlich die Hände - bei der Übergabe von Schecks bei Charity-Veranstaltungen

Ein Teil des Profits fließt zur Wohltätigkeit, im Gegenzug profitieren die Unternehmen vom Transfer starker Marken der Hilfsorganisationen und erreichen eine soziale Imagepositionierung.

Damit haben beide Seiten ihr Potenzial füreinander aber noch längst nicht ausgeschöpft: Ein Erfolgsgeheimnis der Hilfsorganisationen, nämlich eine starke Mitarbeitermotivation jenseits vom monatlichen Gehaltszettel, ist genau jener Stein der Weisen, den Personalleiter in ihren Unternehmen suchen. Ein wesentliches Element dabei ist die Überzeugung der Menschen, etwas wirklich Sinnvolles zu tun - ein breites Feld für Unternehmen, für ihre eigenen Organisationen zu lernen.

Wie viel im Miteinander noch stecken könnte, zeigen Projekte wie jenes von T-Mobile mit der niederösterreichischen Volkshilfe: Im Zuge der Entwicklung eines Kommunikationssystems für die Hauskrankenpflege haben die Partner einander gefunden. Die Volkshilfe hat im Gegenzug ihr Know-how für den Aufbau eines Betriebskindergartens eingebracht.

Aber auch internationale Beispiele wie etwa die Kooperation von Starbucks mit Care, bei der Entwicklungshilfe via Kaffeeverkauf in einem neuen Modell umgesetzt wurde, eröffnen ein weites Feld für kreatives Miteinander.

Die Möglichkeiten sind noch lange nicht ausgeschöpft. Aber dieser Weg birgt die Chance, in Motivationsfragen auch im Profit-Bereich dem Stein der Weisen näher zu kommen. (Karin Bauer, Der Standard, Printausgabe 15./16.1.2005)

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