Spenden müssen für Jahre reichen

21. Februar 2005, 09:50
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Alleine in Österreich spendeten Private rund zwölf Millionen Euro - In ganz Europa hat die private Unterstützung 500 Millionen Euro übersprungen

Alleine in Österreich spendeten Private bisher rund zwölf Millionen Euro, aus der Schweiz kommen umgerechnet 73 Mio. Euro. In ganz Europa hat die private Unterstützung die Marke von 500 Millionen Euro übersprungen.

Generöse Spender

Auch Prominente sind generös: Formel-1-Star Michael Schumacher, dessen Leibwächter ein Flutopfer ist, stellte 7,6 Millionen Euro zur Verfügung, Regisseur Steven Spielberg steuerte 873.000 Euro bei. US-Präsident George W. Bush (dessen Vermögen auf umgerechnet 9,85 Millionen Euro geschätzt wird) beteiligte sich mit 7580 Euro.

Spenden müssen für Jahre reichen

Die nun gesammelten Spenden werden von den Hilfsorganisationen aber nicht sofort komplett verwendet, sondern müssen für Jahre reichen. "Derzeit sind wir noch immer primär bei der Akuthilfe, der nächste Schritt wird die Hilfe zur Überbrückung sein", schildert Bernhard Jany, Pressesprecher des Österreichischen Roten Kreuz. "Die Überbrückung dauert bis zu acht Monate, dabei werden vor allem Unterkunft, Lebensmittel und Medikamente benötigt."

Wiederaufbau wird Jahre dauern

Der eigentliche Wiederaufbau wird aber Jahre dauern: "Auch die Hilfe am Balkan ist zehn Jahre gelaufen und geht gebietsweise noch immer weiter", berichtet Jany. Die Spender können sich aber sicher sein, dass ihr Geld nur für jene Projekte verwendet wird, die sie auch unterstützt haben, betont er. "Da man ein Kennwort angeben muss, werden die Mittel auf einem eigenen Konto geparkt." Warten sollte man aber nicht: "Bald gibt es wieder neue Krisengebiete, für die ebenso dringend Geld benötigt wird. Der Sudan etwa ist aus dem Gedächtnis der Leute wieder verschwunden."

Ein Grund, warum die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen mittlerweile darum ersucht, nicht mehr mit Zweckbindung für die Flutopfer zu spenden. Die Spenden an den Notfallfonds werden stattdessen eingesetzt, um medizinische Hilfe in anderen Regionen zu leisten. (DER STANDARD Printausgabe 7.1.2005)

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