Prosit, Appetit!

6. Februar 2005, 17:49
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Zehn Vorsätze für das Jahr 2005, die einem wirklich schmecken können

All jene, die sich zu Neujahr vorgenommen haben abzunehmen, seien hiermit milde belächelt. Freunde realistischer Vorsätze hingegen finden hier zehn Vorschläge, mit denen das neue Jahr, wenn nicht leichter, in jedem Fall wohlschmeckender gestaltet werden kann. Und ein kleiner Vorsatz, den man hält, gilt im Reich des guten Gewissens mehr als etliche ganz große Versprechen, die gebrochen werden.

Mehr Bewusstsein für Geschmacksverstärker und Aromastoffe.
Der erste Vorsatz gilt unseren Geschmackspapillen, die vor lauter Glutamat und Aromen in Convenience-Food, Snacks und anderem Junk nur allzu leicht verlernen, wie spannend echtes Essen schmeckt. Auch in vermeintlichen Health-Food-Produkten wie Joghurt und Fruchtsaft versteckt sich die Chemie.

Mehr Mut bei unbekannten Küchen und Gerichten.
Wer sich vornimmt, mindestens eine Speise auszuprobieren, vor der ihm bislang gegraust hat, steigert seine Chancen, den kulinarischen Horizont zu erweitern. Das Leben ist zu kurz, um stets auf sichere Art satt zu werden.

Mindestens ein Abendessen für die besten Freunde selbst zubereiten.
Die Dinnerparty ist immer noch die kultivierteste Form der Nahrungsaufnahme, und die fröhlichste dazu. Hinweis für Erstlingstäter: Übung macht den Meister. Der Gedanke zählt, aber das Urteil wird am Gaumen gefällt!

Wenigstens ein Mal ein Essen kochen, dessen Hauptbestandteil man selbst gefischt, gesammelt, angebaut oder - Tierschützer, aufgepasst! - selbst geschossen hat. Der Kirschkuchen aus Nachbars Früchten gilt als Minimalerfüllung des Vorsatzes - so sie ehrlich gestohlen sind.

Mehr Wild essen.
Als Österreicher ist man von wohlschmeckendem Wildgetier regelrecht umzingelt, die Beute aber wird zu 50 Prozent in Länder wie Frankreich und die Schweiz exportiert, wo bekanntlich keiner etwas von gutem Essen versteht. Darum: selber essen, vielleicht nach französischer oder italienischer Anleitung. Es geht auch ohne Preiselbeerbirne!

Generell mehr auf die Fleischqualität achten.
Das geht zwar mit höheren Ausgaben einher, im Idealfall isst man aber allein dadurch weniger Fleisch. Und dafür wird Ihr Arzt Sie lieben.

Besser aussehen.
Gerade in Österreich ein wichtiger Vorsatz: Fisch, Käse, Obst und Gemüse machen glücklich und schön.

Gefährdete Fischarten schonen.
Thunfisch, Kabeljau, Wildlachs, Drachenkopf oder St. Petersfisch sind arge Verlockungen, doch wer ihnen (manchmal) widersteht, erhöht die Chance, dass im Meer noch länger etwas herumschwimmt. Und Meeresfisch aus Aquakultur schmeckt auch sehr gut. Solange es kein Lachs ist.

Vor Anfang Juni keine Erdbeeren essen.
Nur auf heimischer Scholle gereift, können sie so nach roten Lippen duften.

Dafür sorgen, dass alles Notwendige für eine Bloody Mary im Hause ist.
Anfang nächsten Jahres fällt einem dieser Vorsatz spätestens wieder ein. (Severin Corti/Der Standard/rondo/7/1/2005)

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