"Soft Loans" nach Flut

16. Februar 2005, 11:35
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Indonesien ist jener Staat unter den von der Flutkatastrophe betroffenen, der die höchsten Außenstände bei der Republik Österreich hat

Indonesien ist jener Staat unter den von der Flutkatastrophe betroffenen, der die höchsten Außenstände bei der Republik Österreich hat.

Im Geschäftsbericht für das Jahr 2003 der Österreichischen Kontrollbank (ÖKB) sind knapp 1,5 Milliarden Euro an Haftungsobligo bei Indonesien ausgewiesen. Dies seien "hauptsächlich so genannte Soft Loans", erklärt Ferdinand Schipfer, Direktor für das Projektgeschäft Exportgarantien in der Kontrollbank, also Hilfskredite zu gestützten (d.h. nicht kommerziellen) Konditionen. Diese werden üblicherweise mit der Auflage gewährt, dass das Nehmerland auch in Österreich damit einkauft - somit wird auch die heimische Exportwirtschaft gefördert. In Indonesien wurden mithilfe der Kredite hauptsächlich Infrastrukturprojekte verwirklicht - Spitäler, Straßenbau, Wasseraufbereitungsanlagen und Ähnliches. Knapp 300 Millionen Euro der Außenstände Indonesiens wurden bereits einmal umgeschuldet. Auch zur Fluthilfe könnten vermehrt "Soft Loans" mit gestützten Zinssätzen gewährt werden.

Thailand ist bei Österreich mit 133,4 Millionen Euro in der Kreide, Indien mit 155,8 Millionen, Sri Lanka mit 53,3 Millionen Euro. Die Malediven oder Somalia finden sich nicht in der Liste der ÖKB. (szem/DER STANDARD; Printausgabe, 5.6.1.2005)

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