Sexismus, Frauen für den Frieden, Gendermanagement

7. Februar 2005, 11:31
1 Posting

Ein kurzer Rundblick zu neu erschienenen und aktuell gebliebenen Publikationen

Sexismus - Übergriff im Alltag

Sexismus ist Diskriminierung aufgrund des Geschlechts: Benachteiligung, Abwertung und die Darstellung der Frau als verfügbares Objekt sind nach wie vor existent.

Die Beiträge kreisen um das omnipräsente Phänomen, mit dem wir im Alltag konfrontiert sind, und analysieren beispielhaft Strukturen sexistischen Denkens und Handelns. Sprachliche Diskriminierung und die Frage des Mitgemeintseins von Frauen findet ebenso Berücksichtigung wie visuelle Manifestationen von Sexismen im öffentlichen Raum, die Darstellung von Frauen in der Werbung oder die Ungleichbehandlung in der Arbeitswelt oder im Kunst- und Kulturbereich.

Die Autorinnen kommen aus der Wissenschaft, dem Kulturbereich, der Praxis oder haben Erfahrung in der Beratungstätigkeit: Manuela Barth, Christine Baur, Gabriele Heidecker, Daniela Jauk, Ulrike Körbitz, Andrea Mayer-Edoloeyi, Barbara U. Schmidt, Karin Wetschanow und Claudia Wiesinger.

Sexismus - Übergriff im Alltag
Hrsg. Gudrun Salmhofer.
Studien zur Frauen- und Geschlechterforschung Band 3;
eine Schriftenreihe des IFG.
200 Seiten / 12,40 Euro
Studienverlag Innsbruck 2004
ISBN 3-7065-4005-3

Interdisziplinäres Gender- und Diversitätsmanagement

Ziel dieses Lehrbuches ist es, Grundlagen des "Gender- und Diversitätsmanagements" aus einer interdisziplinären Sicht zu vermitteln und vertiefende Aspekte dieses neuen Managementfelds aufzuzeigen. Basiskonzepte zu Gender- und Diversitätsmanagement und Organisationstheorien werden aus einem geschlechtsspezifischen Blickwinkel beleuchtet.

Es widmet sich den speziellen Fragestellungen in der Ausgestaltung von "Gender- und Diversitätsmanagement" auf betrieblicher Ebene und den notwendigen Fähigkeiten jener handelnden Personen, die für die Einführung, Umsetzung und Evaluierung dieser Konzepte verantwortlich sind. Es wurden interdisziplinäre Aspekte mit einbezogen sowie Arbeitsmarkttheorien unter Berücksichtigung von Gender- und Diversitätsaspekten diskutiert. Aus unternehmerischer Sicht erfolgt eine zusammenfassende Darstellung der Rechtsgrundlagen, der genderspezifischen Instrumente und deren Bedeutung.

Die Herausgeberinnen:
Ass.Prof.in Mag.a Dr.in Regine Bendl, Abteilung "Gender and Diversity in Organizations" an der Wirtschaftsuniversität Wien
Univ.Prof.in Dipl.Ing.in Dr.in Edeltraud Hanappi-Egger leitet die Abteilung "Gender and Diversity in Organizations" an der Wirtschaftsuniversität Wien
Mag.a Roswitha Hofmann, Abteilung "Gender and Diversity in Organizations" an der Wirtschaftsuniversität Wien.

Interdisziplinäres Gender- und Diversitätsmanagement
Bendl / Hanappi-Egger / Hofmann (Hrsg.)
Einführung in Theorien und Praxis
250 Seiten / 35 Euro
Linde International 2004
ISBN 3-7143-0016-3

Frauen leben für den Frieden

Seit der Stiftung des Preises durch Alfred Nobel im Jahr 1896 wurde der angesehene Friedensnobelpreis nur zehnmal an Frauen verliehen, darunter Mutter Teresa, der "Engel der Armen", Jody Williams, die sich für ein Landminenverbot einsetzte, und zuletzt die Iranerin Schirin Ebadi.

Angelika U. Reutter und Anne Rüffer zeichnen in diesem Band das Leben dieser eindrucksvollen Frauen nach, die sich auf ihre ganz persönliche Weise gegen Gewalt stark gemacht haben.

Frauen leben für den Frieden
Angelika U. Reutter, Anne Rüffer
Frauen leben für den Frieden
Die Friedensnobelpreisträgerinnen
von Bertha von Suttner bis Shirin Ebadi
360 Seiten / 10,20 Euro
Piper 2004
ISBN-3-492-24209-X

Bücher zum Thema geschlechtsspezifische Ansätze in den Sozialisations- und Koedukationsdebatten und deren Folgen:

Frauen, die auszogen und freie Schulen gründeten

Vor 20 Jahren begannen Frauen in Österreich mit der Gründung Freier Schulen, "einfach deshalb" - so die Herausgeberinnen - "weil sie und ihre Töchter und Söhne diesen Platz gebraucht haben, wo Lernen und Leben nach eigenen selbstbestimmten Regeln möglich war und ist." Nach wie vor ist diese alternative Schulform einzigartig im deutschsprachigen Raum.

Die hier aufgeführten Schul-Initiativen vermitteln eine spannende Vielfalt in Bezug auf Unterrichtskonzepte und -methoden im Kontext alternativer Lebensformen sowie Bildungs- und Frauengeschichte und bilden somit ein Kaleidoskop der Schulgründerinnen-Geschichte der Freien Schulen. Sie machen auch sichtbar, wie sehr alternativer Unterricht auf die Regelschulen wirkt(e).

Eine 20jährige Geschichte: der Erfahrungsschatz aus unterschiedlichsten Blickwinkeln - von Schülerinnen und Ex-Schülerinnen, Lehrerinnen, Müttern und Co-Müttern u.v.m. - wurde aufgezeichnet und zu einem "Handbuch" der Schulen für selbstbestimmtes Lernen zusammengetragen.

Frauen, die auszogen und freie Schulen gründeten
Maria Luise Botros, Ruth Devime (Hg.innen)
18,90 Euro
Milena Verlag 2000
ISBN 3-85286-076-8

Feministisch angehaucht?

Bislang gibt es europaweit keine Verankerung von Gender-Studies in der LehrerInnen-Ausbildung, wenngleich Konsens darüber besteht, dass LehrerInnen im Entwicklungsprozess zu mehr Geschlechterdemokratire und Chancengleichheit eine Schlüsselrolle zukommt. Dennoch existieren erst vereinzelt Initiativen, Projekte und Zielvorstellungen für eine entsprechende Bildung von LehrerInnen in Deutschland, in Österreich noch überhaupt nicht.

Die Autorin zieht eine Zwischenbilanz der feministischen Schulforschung für den deutschsprachigen Raum und nimmt anschließend pädagogische Ausbildungsstätten genauer unter die Lupe. Anhand von Interviews geht Hasenhüttl der Frage nach, welches Selbst- bzw. Frauenbild angehende Lehrerinnen haben, wie sensibilisiert sie in Bezug auf die Geschlechterthematik sind und welche entsprechenden Erfahrungen sie in ihrer Ausbildung gemacht haben.

Feministisch angehaucht?
Erika Hasenhüttl
Zur Genderfrage in der Lehrerinnenausbildung
250 Seiten / 18,90 Euro
Milena Verlag 2002
ISBN 3-85286-087-3

Mädchenbildung bildet Mädchen

"Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht." Unberücksichtigt blieb bei Simone de Beauvoirs Feststellung allerdings, dass Mädchen nicht als Frauen geboren werden, sondern erst zu solchen heranwachsen. Diese implizite Gleichsetzung von weiblichen Erwachsenen und Kindern zeigt Meike Lauggas in Bezug auf ihren jeweiligen gesellschaftlichen Stellenwert, und sie beginnt ihre spannende Untersuchung beim Wort: Mädchen ist seit dem 18. Jahrhundert eine Verkleinerungsform, deren Entstehungshintergründe auf sprachhistorischer Ebene beleuchtet werden. Habsburgische Mädchenschul-Akten werden hierfür als Quellen gelesen, die einen der ersten Orte intensiver Diskursivierung von Mädchen darstellen und ihr Leben ein Stück weit vorstellbar machen.

Die historische Neubewertung weiblicher Kindheit, zu der die Autorin gelangt, bietet neue Perspektiven hinsichtlich der Prävention von (sexueller) Gewalt gegen Mädchen sowie auf aktuelle Sozialisations- und Koedukationsdebatten. Abschließend analysiert die Autorin heutige feministische Bilder und Thematisierungen von Mädchen.

Mädchenbildung bildet Mädchen
Meike Lauggas
Eine Geschichte des Begriffes und der Konstruktionen
200 Seiten / 17,90 Euro
Milena Verlag
ISBN 3-85286-075-X

Erhältlich u.a. in der Buchhandlung Frauenzimmer.
Share if you care.