Tourismuskonzerne leiten Reiseströme um

21. Februar 2005, 09:47
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Sofern Kapazitäten in anderen Zielländern wie Karibik, Kanarische Inseln, Marokko, Ägypten usw. vorhanden sind

Bangkok/Wien – Kanaren statt Phuket, Karibik statt Indischer Ozean: Die internationale Reisebranche hat begonnen, die Touristenströme umzulenken. Während die Malediven nur leicht beeinträchtigt seien, müssten vor allem Touristen, die in den kommenden Wochen einen Urlaub auf der thailändischen Insel Phuket oder in den südlichen Küstenregionen von Sri Lanka geplant haben, in andere Zielgebiete umgebucht werden. Dies ergab ein Standard-Rundruf bei Österreich-Töchtern internationaler Reiseveranstalter.

Freie Kapazitäten in Alternativdestinationen wie Karibik, Kanarische Inseln, Marokko, Ägypten, Mexiko oder Mauritius gebe es aber weit gehend erst wieder nach den Feiertagen, also ab 10. Jänner, sagte Andreas Zenker vom Österreichischen Verkehrsbüro.

Wenig Kapazität

Verschiebungen gibt es aber auch im kleineren Rahmen. Wegen der zerstörten Urlauberparadiese, etwa an der thailändischen Westküste, boomt jetzt der Tourismus an der Ostküste sowie im Norden des Königreichs. Nach Angaben der Bangkok Post kommen derzeit allein auf die Insel Samui vor der Ostküste des Landes täglich zwischen 30.000 und 35.000 Touristen; die Hotelbetten reichten jedoch nur für 13.000 Urlauber. Viele übernachteten in Zelten oder am Strand. Unerwartet großen Zulauf verzeichneten auch die Küstenregion um Pattaya südöstlich von Bangkok und die Stadt Chiang Mai im Norden.

"Bisher haben wir rund 200 Gäste umgebucht", sagte Charly Wippel von Thomas Cook Österreich (Hauptmarke Neckermann). Man werde in den kommenden Wochen prüfen, wo Kapazitäten aufgestockt werden könnten. Reisen in den Raum Phuket könnten bis 30. April kostenlos storniert oder umgebucht werden. Für Reisen auf die Malediven, wo rund 50 der insgesamt 87 Inseln von der Katastrophe unbeschadet seien, gebe es eine kostenlose Umbuchungs- und Stornofrist bis 16. Jänner.

Für eine Schätzung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Katastrophe auf die Tourismuswirtschaft sei es zu früh, meinte Wippel. Man hoffe, dass die Reisefreudigkeit der Gäste nicht abnehme und "jeder, der einen Urlaub nötig hat, diesen auch macht".

Kostenlos stornieren

Bei der TUI können Reisen nach Colombo (Sri Lanka) und Phuket bis 31. Jänner, Reisen auf die Malediven bis 16. Jänner kostenlos storniert oder umgebucht werden. Für einzelne Gebiete könnten die Stornofristen auch verlängert werden. Generell könnten Gäste ihre Reise kostenlos umbuchen oder stornieren, wenn die "Geschäftsgrundlage" wegfalle – sprich, wenn der Reiseveranstalter die Versprechungen aus dem Katalog nicht mehr halten könne.

Der wirtschaftliche Schaden für den TUI-Konzern sei noch nicht abschätzbar. Für das Österreich-Geschäft spiele Südostasien jedoch keine große Rolle, zumal nur ein bis 1,5 Prozent aller TUI-Österreich- Gäste – rund 8000 pro Jahr – in Südostasien urlaubten.

Bei Tai Pan ist eine kostenlose Stornierung für Sri Lanka, Phuket und Krabi bis 31. Jänner kostenlos möglich, eine Umbuchung bis 15. März. Für Phi Phi Island und Khao Lak kann bis 15. März kostenlos storniert und bis 31. Oktober kostenlos umgebucht werden. Für die Malediven gilt die kostenlose Umbuchung beziehungsweise das kostenlose Storno bis 16. Jänner, danach werde einzeln für jede Insel entschieden. (stro, APA, Der Standard, Printausgabe, 04.12.2004)

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    Ein Tourist genießt die Sonne in Phuket.

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