Ein Aufstiegsplan 2005

18. Februar 2005, 14:32
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Antonella Mei-Pochtler und Sami Hamid analysieren das Umfeld für Karrieren und nennen das Rüstzeug für ein gutes Berufsjahr

Kein Aufschwung, sondern eine Erholung. So fasst das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo die konjunkturellen Perspektiven mit einem prognostizierten Wachstum von knapp über zwei Prozent für Österreichs Wirtschaft 2005 zusammen. Das Wachstum der Weltwirtschaft dürfte auf drei bis vier Prozent kommen. Unsicherheiten und Belastungsfaktoren wie Energiekosten, Rekorddefizite in den USA, für Europa und Asien ungünstige Währungsrelationen, Asymmetrien und soziale Probleme in der EU, eine neue Rolle Südostasiens in der Weltwirtschaft, prägen die Erwartungen für das neue Jahr.

Sami Hamid, Managing Partner des Executive-Search-Unternehmens Ward Howell Euroselect, sieht vor diesem Hintergrund die Vorgaben für Karrieren massiv: "Das Umfeld ist gnadenlos geworden. Es gibt viele Spieler, aber immer weniger Plätze für sie. Das ist ein Kampf." Karrieren seien "kein Glück mehr, sondern das Ergebnis von Planung und Umsetzung".

Die notwendigen Instrumente für einen Aufstieg seien: bestechende Argumentation der Handlungen, klare Kommunikation der Person als Marke intern und extern, sowie verstärkte Absicherung durch Netzwerke. Hamid: "Dabei geht es nicht um Freundschaften, sondern um strategische Partnerschaften, die geschickt bedient werden müssen." Denn: "Wer heute einmal aus dem Spiel ist, kann später kaum mehr andocken." Aktivität müsse die treibende Kraft der Karrierenschritte sein - dies auf Basis eines Lebensplans.

Antonella Mei-Pochtler, verantwortlich für die Boston Consulting Group in Österreich und STANDARD-Kolumnistin, rät, für die Aufstiegsplanung zuerst analytisch vorzugehen: Wie lassen sich Gestaltungsspielräume erweitern, und welche Bedingungen müssen für den nächsten Karriereschritt erfüllt werden? Zum Karriereplan gehöre ein Mentor im Unternehmen, bei der Arbeit am persönlichen Erfolg helfen vor allem klare Kompetenzen, sagt sie.

2005 sieht sie als "Chance zum Aufbruch": "Der mentale Aufbruch ist da, jetzt müssen wir ihm zum Durchbruch verhelfen." Als Aufbruchssignale wertet sie die elfprozentige Exportsteigerung der heimischen Wirtschaft, die im EU-Vergleich niedrigere Arbeitslosigkeit und die starke Position der Österreicher in Osteuropa. Und: "Wir haben in den österreichischen Unternehmen eine gute und friedliche Stimmung und ein gutes Potenzial junger Leader." (Der Standard, Printausgabe 31.12./1./2.1.2005)

Von Karin Bauer
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