Kritik an US-Behörde für Meeresforschung

21. Februar 2005, 09:53
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Wegen fehlender Flutwarnung

Berlin - Nach der Flutkatastrophe in Süd- und Südostasien mehren sich Hinweise, dass das verheerende Seebeben möglicherweise hätte rechtzeitig erkannt werden können. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet, hatte der Geologische Dienst Amerikas (U.S. Geological Survey) auf seiner Internetseite schon Minuten nach dem Beben vor der Entstehung eines "Tsunami im Erdbebengebiet" gewarnt.

Im US-Kongress gibt es demnach mittlerweile Vorbereitungen, ein mögliches Versagen der Behörde für Meeres- und Atmosphärenforschung (NOAA) zu untersuchen. Der zuständige Ausschuss wolle prüfen, warum die Behörde nicht in der Lage gewesen sei, "wertvolle, lebensrettende Informationen" über die Flutwelle an die betroffenen asiatischen Länder weiterzugeben.

Warnsystem

Die NOAA teilte der Zeitung zufolge mit, sie habe 16 Minuten nach dem Empfang von Informationen über das Seebeben Warnungen vor einer möglichen Flutwelle an die Staaten herausgegeben, die dem Warnsystem für den Pazifischen Ozean angeschlossen seien. Da Indien, Sri Lanka und die Malediven nicht dazugehörten, sei das entsprechende Bulletin jedoch nicht an diese Länder versandt worden.

Auch in Thailand diskutierten führende Meteorologen laut dem Bericht fast zwei Stunden, bevor die Welle Phuket erreichte, ob nicht auf Grund des Erdbebens tödliche Wellen drohten. Offenbar um der Tourismusindustrie nicht zu schaden, sei eine Warnung jedoch ausgeblieben.

Stützpunkt

Aus Indien wurde demnach ebenfalls über Pannen berichtet. Mehr als eine Stunde, bevor die Welle auf die indische Festlandküste schlug, habe die Luftwaffe gewusst, dass ihr Stützpunkt auf den östlicher liegenden Nikobaren überflutet worden sei. Der Meteorologische Dienst in Indien habe das Seebeben innerhalb von Minuten registriert. Ein Fax mit einer entsprechenden Warnung sei jedoch erst zweieinhalb Stunden später an den Minister für Wissenschaften und Technologie gegangen, allerdings an den Vorgänger des seit dem Regierungswechsel im Sommer amtierenden Ministers. (APA/AFP)

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