Zahlreiche Silvesterfeiern in Asien abgesagt

31. Dezember 2004, 17:21
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Spendenaufrufe und Gottesdienste - Malyasia: Hunderttausende beten für die Opfer - Feuerwerk in Sydney

Bangkok - Angesichts der Flutkatastrophe in Asien mit vermutlich mindestens 145.000 Toten sind zahlreiche Silvesterfeiern in der Region abgesagt worden. In den Städten vieler Länder wird am Freitag auf große Feiern oder zumindest auf aufwendige Feuerwerke verzichtet. Stattdessen sind die Bürger aufgerufen, Geld für die Opfer der Flutwelle zu sammeln.

Die thailändische Regierung forderte die Bevölkerung auf, in religiösen Zeremonien der Toten zu gedenken. Eine Party in der Innenstadt von Bangkok, an der neben Ministerpräsident Thaksin Shinawatra auch die Tennisstars Venus Williams und Maria Sharapova teilnehmen wollten, wurde abgesagt.

Die Stadtverwaltung von Sydney erklärte, für eine Absage des berühmten Feuerwerks an der Harbour Bridge sei es zu spät. Die Besucher würden aber aufgefordert, für die von der Katastrophe Betroffenen zu spenden. Wenn jeder der Millionen erwarteten Zuschauer am Hafen und an den Fernsehschirmen nur einige Dollar spende, kämen bis zu zehn Millionen australische Dollar (5,7 Millionen Euro) zusammen, erklärte ein Sprecher des Stadtrats am Freitag.

Hunderttausende beten für die Opfer

In Malaysia, selbst von der Flutwelle betroffen, strömten landesweit hunderttausende Menschen in die Moscheen, um für die Opfer zu beten. Als Zeichen der Trauer verbot die Regierung Feuerwerk zum Jahreswechsel, öffentliche Konzerte und Feiern wurden abgesagt. In Hotels, Einkaufszentren und Nachtclubs sollte anstelle des traditionellen Neujahrs-Countdowns eine Schweigeminute eingelegt werden. Auch im Sultanat Brunei wurden alle Silvesterveranstaltungen gestrichen.

Feiern in Indien abgesagt

In Indien wurden in Madras, Hauptstadt des besonders betroffenen Unionsstaats Tamil Nadu, Feiern zum Jahreswechsel abgesagt. Andernorts gingen die Vorbereitungen für Silvesterpartys zwar weiter, die Veranstaltungen sollten aber in kleinerem Rahmen stattfinden. Das staatliche chinesische Fernsehen sagte seine Silvestergala aus Respekt vor den Toten am Freitag ab. In der Türkei strich die Stadtverwaltung von Istanbul die traditionelle Feier mit Konzerten und Feuerwerk auf dem Taksim-Platz. Zwar habe sich die Katastrophe tausende Kilometer entfernt ereignet, dies mindere aber nicht das Mitgefühl der Türken, erklärte Bürgermeister Kadir Topbas.

In Deutschland, Schweden, Norwegen und Finnland, aus denen viele der getöteten Touristen kamen, wird das neue Jahr mit Trauerbeflaggungen beginnen. An der Pariser Prachtstraße Champs Elysees wird ein Trauerflor an den Bäumen an die Opfer der Katastrophe erinnern. Die meisten der 2.200 Toten und 6.000 vermissten Urlauber in den Flutgebieten kamen aus Europa.

Auch Istanbul sagt Feiern ab

Auch in Istanbus wurde die traditionelle Silvesterparty auf dem Taksim-Platz abgesagt - wie auch im vorigen Jahr: Damals war die Absage mit Sicherheitserwägungen nach den islamistischen Terroranschlägen begründet worden, bei denen im November 2003 in Istanbul mehr als 60 Menschen getötet worden waren. Dennoch hatten sich Tausende zum Feiern auf dem Platz eingefunden. (APA/AP)

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