Ärzte ohne Grenzen mit mobiler Klinik nach Banda Aceh

31. Dezember 2004, 11:24
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Mobile Klinik wird in der vermutlich am stärksten betroffenen Stadt Sumatras aufgebaut - Erkundungsteams nach Sri Lanka und Südindien

Wien - Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen verstärkt ihren Einsatz in der asiatischen Krisenregion. So startete heute, Freitag, in Banda Aceh, der vom Beben vermutlich am stärksten betroffenen Stadt Sumatras, der Betrieb einer mobilen Klinik.

Nur notdürftige Lager in Banda Aceh

Die Menschen haben sich in notdürftigen Lagern aus Planen oder Zelten zusammengerottet, viele davon befinden sich rund um die Moscheen der Stadt. Es gibt nur wenig Nahrungsmittel, kaum sauberes Wasser, wenig Strom und kein Benzin in der Metropole. Viele Massengräber wurden errichtet. Die Toten sind nicht offiziell gezählt, die Teams von Ärzte ohne Grenzen schätzen allein in Banda Aceh die Zahl der Todesopfer auf 10.000 bis 15.000. Das große Krankenhaus der Stadt wurde geschlossen, das Militärspital in ein ziviles Krankenhaus umfunktioniert, ebenso die Geburtsklinik der Stadt. Der finanzielle Bedarf für die Hilfsprojekte in der Provinz Aceh liegt zurzeit bei zwei Millionen Euro.

Logistiker, Ärzte, Krankenschwestern und Wasserexperten

Ärzte ohne Grenzen ist seit 28. Dezember in Banda Aceh und hat in einem Lager für Obdachlose ein Gesundheitszentrum eingerichtet. Das Team besteht aus acht internationalen und sieben indonesischen Mitarbeitern. Sieben weitere internationale Mitarbeiter waren in Jakarta gelandet und befanden sich auf dem Weg dorthin. Dabei handelt es sich um Logistiker, Ärzte, Krankenschwestern und Wasserexperten.

Weg nach Medan nach Banda

Sechs Tonnen Hilfsgüter sind bereits an Ort und Stelle, weitere 70 Tonnen auf dem Weg von der 400 km entfernten Stadt Medan nach Banda Aceh. Dabei handelt es sich um medizinisches Material, Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen, Generatoren, Plastikfolien, Moskitonetze, usw. Es ist der erste große Hilfstransport, der die Stadt erreicht.

Sri Lanka am stärksten betroffen

In Sri Lanka sind nach offiziellen Angaben der Nordosten und Südosten am stärksten betroffen. Ein sechsköpfiges Team von Ärzte ohne Grenzen ist bereits in der Stadt Batticaloa im Nordosten angekommen. 30 Tonnen Hilfsgüter mit chirurgischem Material und Ausrüstung für sanitäre Anlagen sind unterwegs in die Hauptstadt Colombo. Weitere sechs Mitarbeiter sollen im Südosten der Insel Erkundungen durchführen.

Solche Teams von Ärzte ohne Grenzen sind sowohl im südindischen Chennai (ehemals Madras) als auch in Kerala unterwegs. Da die medizinische Versorgung der Bevölkerung durch die indischen Behörden organisiert wird, wird die Hilfsorganisation psychologische Unterstützung schicken, da viele Menschen traumatisiert sind. Denkbar ist auch, dass gemeinsam mit den Behörden ein epidemiologisches Überwachungssystem aufgebaut wird.(APA)

Ärzte ohne Grenzen Spendenkonto

PSK 930.40.950 Kennwort Notfallfonds/Flutkatastrophe

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    im Bild: Küste in West Sumatra nahe Banda Aceh

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