Operation gegen Migräne

31. Dezember 2004, 11:00
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Muskelentfernung mindert Häufigkeit und Intensität der Anfälle

Heidelberg - Migränepatienten könnten von einer Operation profitieren, bei der Muskeln in Stirn oder Nacken chirurgisch entfernt werden, berichtet das deutsche "Bild der Wissenschaft": In einer US-Studie an 125 Patienten verminderten solche Operationen bei mehr als 90 Prozent der Teilnehmer die Schmerzattacken. Bei gut der Hälfte davon habe der positive Effekt über mehr als ein Jahr angehalten, berichteten Mediziner der Case-Western-Reserve-Uni in Cleveland.

Bei 100 der insgesamt 125 Migränepatienten injizierten die Mediziner das lähmende Nervengift Botulinumtoxin in verschiedene Stellen an der Stirn und im Nacken, um die Muskeln zu identifizieren, die den Kopfschmerz auslösten. Bei 89 der Probanden, bei denen vier Wochen nach dieser Behandlung eine Besserung der Symptome eingetreten war, wurden anschließend die entsprechenden Muskeln entfernt. 92 Prozent der Patienten berichteten nach der Operation über eine mindestens fünfzigprozentige Abnahme von Dauer, Häufigkeit oder Stärke der Migräneanfälle. 31 Prozent der Patienten waren nach Angaben der Ärzte sogar völlig beschwerdefrei.

In allen Fällen, in denen eine Besserung eingetreten war, profitierten die Patienten in ihrem täglichen Leben von der Behandlung, schreibt "Bild der Wissenschaft". So reduzierten sich nicht nur die jährlichen Kosten für Medikamente und medizinische Dienste auf durchschnittlich ein Sechstel, auch die Anzahl der migränebedingten Fehltage nahm deutlich ab. Die Operationen sind jedoch sehr umstritten, da keine Langzeiterfahrungen vorliegen. (red, DER STANDARD, Print, 31.12.2004/1./2.1.2005)

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