Rebellen rufen zum Wahlboykott auf

30. Dezember 2004, 18:48
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Drohungen gegen die irakische Bevölkerung

Bagdad - Im Irak haben zum wiederholten Male drei Rebellengruppen zum Boykott der Parlamentswahl aufgerufen und die Bevölkerung davor gewarnt, sich am Urnengang zu beteiligen. In ihrem gemeinsamen Boykottaufruf riefen die Ansar-al-Sunna-Armee, die Islamische Armee im Irak und die Mudschahedin-Armee am Donnerstag die Bevölkerung auf, nicht an der "Farce von Demokratie und Wahlen" teilzunehmen. Jeder, der an den Wahlen teilnehme, werde "nicht sicher sein", hieß es.

Die demokratische Idee sei unislamisch und werde als Abfall von der Religion bewertet, sie sei nicht mit der muslimischen Lehre von einem Gott vereinbar und könne zur Verabschiedung unislamischer Gesetze führen, wie zum Beispiel der Zulassung gleichgeschlechtlicher Ehen.

Ansar-al-Sunna, die bereits am Mittwoch zum Boykott der Wahl aufgerufen hatte, hatte sich auch zu dem Anschlag vom 21. Dezember in Mossul bekannt, bei dem 22 Menschen ums Leben gekommen waren. Die Islamische Armee im Irak und die Mudschahedin-Armee haben die Verantwortung für zahlreiche Entführungen und Morde übernommen. Auch Al-Kaida-Führer Osama bin Laden hatte die Bevölkerung aufgefordert, die Wahl Ende Januar zu boykottieren.

Unterdessen wurden von Anhängern des radikalen schiitischen Predigers Muktada al-Sadr Foltervorwürfe gegen die irakischen Behörden laut. Es gebe Berichte, dass Anhänger Sadrs, die von der irakischen Polizei festgenommen worden waren, gefoltert worden seien, erklärte Fadel al-Sharaa. Ein Anhänger sei in der Haft sogar gestorben, erklärte die Gruppe. (APA/AP)

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