Schiffsunglück vor Alaska schlimmer als angenommen

30. Dezember 2004, 22:37
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Zahlreiche verölte Vögel - stürmisches Winterwetter behindert weitere Säuberungsarbeiten

Anchorage - Die Ölverschmutzung nach dem Schiffsunglück vor den Aleuten-Inseln in Alaska ist aus Sicht von Biologen schlimmer als zunächst angenommen. Mehr als 650 verölte Vögel sind seit dem Frachterunfall vor drei Wochen, als das Schiff "Selendang Ayu" bei stürmischem Wetter auf Grund lief, gesichtet worden.

Säuberungsarbeiten behindert

"Wir rechnen mit deutlich höheren Zahlen, bis in die Tausende, wenn unsere Einsatzteams alle Strände erreichen können", sagte Bruce Woods von der US-Behörde Fish and Wildlife. Stürmisches Winterwetter behindert weiter die Säuberungsarbeiten und die Eindämmung der Umweltschäden in den schwer zugänglichen Küstenabschnitten.

Die Fischereibehörde untersagte bis auf weiteres den Fang von Fischen und Krebsen in der ölverseuchten Region. Mitte Jänner ist gewöhnlich der Auftakt des Krebsfangs in den fischreichen Gewässern. Die rund 4.000 Einwohner der Aleuten-Insel Unalaska leben vor allem vom Fischfang. Die vordere Hälfte des auseinander gebrochenen Frachters ist inzwischen auf Grund gesunken. Vermutlich hat das mit insgesamt über 1.400 Tonnen Öl beladene Schiff die Hälfte des Schweröls verloren.

"Wir gehen davon aus, dass eine große Menge Öl ausgelaufen ist, wir wissen aber nicht, wo es sich abgesetzt hat", sagte Woods. Das geplante Leerpumpen der noch intakten Tankbehälter sieht der Biologen als einen "langen, langsamen Prozess", der durch das stürmische Winterwetter behindert werde. Die Umweltschutzorganisation WWF warnte vor schweren Folgen für das fast unberührte Naturparadies vor den Aleuten. In dem betroffenen Gebiet werden mehr als die Hälfte aller in den USA verzehrten Meeresfrüchte gefischt. (APA)

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