Dakar-Rallye: Die Wüstenspezialisten

31. Dezember 2004, 16:25
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KTM hofft auf eine Fortsetzung der Serie - Am Silvestertag wird in Barcelona gestartet

Barcelona - Da die Zeit rasch vergeht, findet die Dakar-Rallye auch schon zum 27. Mal statt. Einst hieß sie Paris-Dakar-Rallye, was sich erledigt hat, denn am Silvestertag wird in Barcelona gestartet. Auf der Plaza d'Espana werden eine Million Zuschauer zum Prolog erwartet, es gibt diverse Arten, den Rutsch ins neue Jahr zu erledigen. 1000 Teilnehmer in 465 Fahrzeugen begeben sich auf die 9000 Kilometer lange Reise, sie führt über Spanien, Marokko, Mauretanien und Mali nach Senegal, die Hauptstadt Dakar dient am 16. Jänner als Ziel.

Dominanz von KTM und Mitsubishi

Da es sich um Sport handelt, gibt es zwangsläufig Favoriten, das oberösterreichische Werk KTM bei den Motorrädern und die japanische Marke Mitsubishi bei den Autos. KTM ist seit 2001 ungeschlagen, Mitsubishi sogar seit 1996. Heinz Kinigadner scheiterte als Fahrer siebenmal, der letzte Versuch endete im Jahr 2000 mit einem kapitalen Sturz und einem daraus resultierenden Oberschenkelhalsbruch. Der Tiroler wurde dann KTM-Teamchef, und es begann die Siegesserie. Der Italiener Fabrizio Meoni brach den Bann (KTM belegte die ersten fünf Plätze), 2002 wiederholte Meoni vor neun weiteren KTM-Piloten seinen Erfolg. 2003 feierte der Franzose Richard Sainct (vor 14 anderen KTM-Fahrern) seinen dritten Sieg nach 1999 und 2000 (damals auf BMW). 2004 schließlich triumphierte der Spanier Nani Roma vor Sainct und vier weiteren Markenkollegen. Roma wechselte in ein Auto (Mitsubishi), Sainct verunglückte Ende September bei der Pharaonen-Rallye in Ägypten tödlich. Kinigadner setzt diesmal auf Meoni. Zugelassen sind nur noch Ein-Zylinder-Maschinen.

Bei den Autos werden Vorjahrssieger Stephane Peterhansel, der Japaner Hiroshi Masuoka und Exabfahrer Luc Alphand ganz vorne erwartet, alle drei steuern einen Mitsubishi, jeder natürlich einen eigenen. Die VW-(Race-Touaregs)-Crew hofft auf die Deutsche Jutta Kleinschmidt (gewann 2001 als bisher einzige Frau), auf Bruno Saby und auf den Finnen Juha Kankkunen. Nissan schickt Ari Vatanen und Colin McRae in die Wüste, Jean-Louis Schlesser pilotiert einen Ford-Buggy.

Gefährliches Spektakel

Seit der Premiere 1979 starben bei der oder rund um die Rallye 42 Menschen, so auch der französische Erfinder Thierry Sabine, der 1986 in einem Wüstensturm mit einem Hubschrauber abstürzte. (DER STANDARD, Printausgabe, Donnerstag, 30. Dezember 2004, red)

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    Der Mensch aus Italien (Meoni), die Maschine aus Oberösterreich (KTM), also ein ideales Paar für die Wüste.

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