Haiti: Regierung entschädigt frühere Armeeangehörige

30. Dezember 2004, 21:29
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3500 Euro pro Person - Premier Latortue überreicht erste Schecks persönlich

Port-au-Prince - Die Übergangsregierung Haitis zahlt den Soldaten der vor zehn Jahren aufgelösten Armee Entschädigungen. Wie die Presse am Mittwoch berichtete, werden die mehr als 6700 Männer im Durchschnitt etwa 3500 Euro pro Kopf erhalten. Im Rahmen einer kleinen Zeremonie überreichte Premierminister Gerard Latortue am Dienstag die ersten beiden Schecks.

Armee 1995 aufgelöst

Der frühere Präsident Jean Bertrand Aristide hatte Anfang 1995 die haitianische Armee aufgelöst. Die Soldaten erhielten keinerlei Abfindung, obwohl sie jahrelang Beträge in eine Pensionskasse eingezahlt hatten. Seit dem Sturz Aristides Ende Februar dieses Jahres forderten die Ex-Militärs lautstark eine Entschädigung. Ob Haiti wieder eine Armee aufstellt, soll erst die aus den im nächsten Jahr geplanten Wahlen hervorgehende Regierung entscheiden.

In einigen Provinzen Haitis agieren die Ex-Militärs derzeit als Ordnungsmacht. In der Hauptstadt Port-au-Prince kam es Mitte Dezember zu einer Kraftprobe zwischen den Ex-Militärs und den Blauhelmen der UN-Stabilisierungsmission für Haiti (MINUSTAH). Erstere hatten die frühere Residenz Aristides besetzt, um dort ihr Hauptquartier einzurichten. Sie mussten aber nach 48 Stunden aufgeben und ihre Waffen abgeben. (APA/dpa)

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