Die Grabkammern von Pécs

3. Oktober 2005, 15:51
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Neben mittelalterlicher, türkischer und barocker Architektur beeindrucken vorallem die Altchristlichen Grabstätten

Im Südwesten Ungarns, an den Südhängen des Mecsek-Gebirges, erwarten die Besucher von Pécs nicht nur eine mediterrane Atmosphäre und Architektur mit mittelalterlichen, türkischen und barocken Elementen. Pécs beeindruckt auch mit einer der acht UNESCO-Welterbestätten Ungarns, den Altchristlichen Grabkammern.

Bereits im vierten Jahrhundert, als Pécs noch Sopianae hieß und Provinzsitz des Römischen Reiches war, wurden auf dem Friedhof der Stadt, nahe dem heutigen Domplatz, eine Reihe reich verzierter Grabkammern errichtet. Teils war deren Existenz schon im 18. Jahrhundert bekannt, wie die der unversehrt gebliebenen sogenannten Grabkammer I. Teils wurden sie aber auch erst in unserer Zeit entdeckt, so zum Beispiel die Basilika mit ihrem Mausoleum: 1975 stieß man bei Bauarbeiten auf die Grundmauern einer Kapelle und darunter auf die tonnengewölbte, mit Sarkophagen bestückte Grabkammer. Insgesamt fanden Archäologen auf dem frühchristlichen Friedhof über 100 Grabstätten, von denen einige heute besichtigt werden können.

Das Besondere des UNESCO-Welterbes von Pécs liegt zum einen in der Struktur und Architektur, da sie als unterirdische Grabstätten mit darüber liegenden Kapellen gebaut wurden, zum anderen - und das wird Besucher besonders faszinieren - in den erstaunlich gut erhaltenen Wandmalereien. Die gesamte innere Wandfläche der Grabkammer I erzählt Geschichten von Adam und Eva, Noah, den Heiligen Drei Königen und anderen biblischen Figuren. Wie im Mausoleum auch finden sich neben figürlichen biblischen Malereien auch zahlreiche Tier- und Pflanzenornamente.

Die Grabkammern stellen ein Kulturdenkmal von unschätzbarem Wert dar und das nicht nur für Ungarn sondern für die ganze Welt. Sie sind ein seltenes Beispiel für Kunst und Architektur von Gräbern in den nördlichen und westlichen Provinzen des Römischen Reiches. Grund genug für die UNESCO, den Friedhofskomplex von Pécs im Jahr 2000 unter Schutz zu stellen.

Besichtigungen, beispielsweise der Basilika, sind montags bis samstags von 10 bis 16 Uhr sowie sonntags von 13 bis 16 Uhr möglich. Der Eintritt kostet 1.000 Forint (circa vier Euro), deutschsprachige Führungen sind nach Voranmeldungen für 2.000 Forint (etwa acht Euro) erhältlich. Informationen gibt es beim Tourinformbüro Pécs, Telefon 0036/72/213315, oder im Internet unter www.pecs.hu (leider nur auf Englisch und Ungarisch abrufbar).

Info

Öffnungszeiten:
Montag bis Samstag 10:00 bis 16:00 Uhr

www.pecs.hu
  • Die Citrom Straße
    www.pecs.hu

    Die Citrom Straße

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