Computerviren: Neuer Rekord im Jahr 2004

7. Februar 2005, 14:00
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Drei "Schädlinge" machten mehr als 50 Prozent des Virenaufkommens aus - Drei Viertel aller Mails sind Spam

Computerviren-Parade des Jahres 2004: Die Zahl der eindeutig als Viren identifizierten Programme durchbrach - von 1986 an gerechnet - im zu Ende gehenden Jahr das erste Mal die 100.000er Marke. Allein im Spitzenmonat März zählten die Computer-Experten rund 1.800 neue Viren. Das geht aus dem "Viren und Spam Situationsbericht 2004" der Ikarus Software hervor.

Fünf Familien

Im Jahresrückblick waren es fünf Virenfamilien, die rund neun Hauptausbruchsphasen, so genannte Major-Outbreaks, verursachten. Zu beobachten war, dass die Top-Drei-Viren, NetSky (27,5 Prozent), Sober (18,4 Prozent) und MyDoom (14,6 Prozent) über 50 Prozent des gesamten Virenaufkommens zu verantworten hatten.

Auch die unerwünschten Spam-Mails, so genannte Werbemails verstopften zuhauf die Post-Eingänge der einzelnen Anwender. Je nach Spammer-Aktivität wurden zwischen 62 und 74 Prozent aller erhaltenen E-mails in Österreich als Spam-Mails klassifiziert. Zu den am stärksten vom E-Mail-Müll belästigten Usern gehören die österreichischen Unternehmen, in deren Mailboxen bis zu 200.000 Spam-Mails pro Tag landen. Im Vergleich dazu liegt das Viren-Aufkommen an "ruhigen" Tagen bei 14 bis 16 Prozent aller Mails. Gleich nach der Startphase einer neuen Viren-Welle, den so genannten High-Outbreak-Phasen, können bis zu sechs von sieben E-mails von einem Virus infiziert sein.

Trendwende

Mit Bagle, NetSky, MyDoom, Sasser und Sober zeichnet sich auch eine Trendwende in den Motiven, Computerviren zu schreiben, ab. Bei den, in den so genannten "Virenkriegen" im ersten Quartal 2004 entstandenen Viren-Varianten kann als Motiv eindeutig "for-profit-virus-writing" erkannt werden. Die Virenschreiber können die infizierten Maschinen dann kontrollieren und sie als Plattform, so genannten "Bots", zum Verschicken von Spam-Mails und Angriffe auf Systeme Dritter missbrauchen.

"Das kommerzielle Motiv, Spam und Viren-Technologie zu 'verknüpfen', bringt zusätzlich massiv Dynamik in das Entstehen neuer Bedrohungsbilder und liefert im Vergleich zu früher einen wesentlich höheren 'Output' an neuen Viren und Spam", so Joe Pichlmayr von Ikarus Software.

"Das erspart den einzelnen Kunden die Arbeit, das eigene System ständig mit den neuesten Antivirenprogrammen auszustatten."

Bezüglich Schutz vor Spam-Mails und Viren zeichnete sich im vergangen Jahr der Trend ab, Viren und Spams direkt bei den Providern filtern zu lassen. Auch Software-Experte Pichlmayr rät zu dieser Vorgangsweise: "Das erspart den einzelnen Kunden die Arbeit, das eigene System ständig mit den neuesten Antivirenprogrammen auszustatten." Um sich Ärgernisse mit Spams zu ersparen, sollten die Nutzer vor allem vorsichtig mit ihrer Email-Adresse umgehen. "Auf keinen Fall die Adressen auf irgendwelchen Homepages angeben und sie somit auch für Spammer freigeben", so Pichlmayr.(APA)

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