Khol in Israel: "Neue Aufbruchstimmung"

30. Dezember 2004, 12:27
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Hoffnung auf Friedenschancen in Israel noch nie so groß wie jetzt - Empfang Khols mit militärischen Ehren

Tel Aviv/Wien - Von einer "neuen Aufbruchstimmung" im Nahen Osten hat Nationalratspräsident Andreas Khol am Dienstag, dem zweiten Tag seines offiziellen Besuchs in Israel, gesprochen. "Die Stimmung war noch nie so optimistisch wie jetzt", sagte Khol, der am Dienstag mit Staatspräsident Moshe Katzav und dem Präsidenten der Knesset, Reuven Rivlin, zusammengetroffen war, gegenüber der APA.

Sowohl Katzav als auch Rivlin hätten Khol gegenüber ihre Hoffnung auf neue Friedenschancen ausgedrückt. "Die Palästinenser werden zumindest als Gesprächspartner bezeichnet", so Khol zur APA. Der Favorit für die palästinensischen Präsidentenwahlen am 9. Jänner, Mahmud Abbas, werde von den israelischen Politikern als Mann gesehen, der den Frieden wünscht. Der Abzugsplan jüdischer Siedlungen aus dem Gaza-Streifen sei ein "Faktum", ebenso wie die Freilassung palästinensischer Gefangener am Montag. "Die Roadmap wurde von allen Seiten bestätigt", zeigte sich Khol mit Israels Politik zufrieden.

Auch habe er in beiden Gesprächen den Eindruck gehabt, dass in der wechselvollen Geschichte der Beziehungen zwischen Österreich und Israel ein "neues Blatt" aufgeschlagen werde, sagte Khol. Das habe er auch daran gemerkt, dass er von Katzav mit militärischen Ehren empfangen worden und dass vor der Knesset die österreichische Fahne hochgezogen gewesen sei. "So viele österreichische Fahnen wie heute habe ich in Österreich schon lange nicht mehr gesehen", so der Nationalratspräsident.

Österreich werde als "ehrlicher Makler und Moderator gesehen". Es habe kein böses Wort über die schwarz-blaue Koalition gegeben; auch sei kein Name eines freiheitlichen Politikers genannt worden, meinte Khol. Er selbst habe Dank für seine Tätigkeit als Repräsentant des österreichischen National- und Entschädigungsfonds erhalten.

Gesprächsthema war auch die Entscheidung der EU, Beitrittsverhandlungen mit der Türkei aufzunehmen. Diese Entwicklung werde in Israel als "neue Nachbarschaftspolitik mit den Mittelmeerstaaten" und damit auch als Aufwertung der Beziehungen mit Tel Aviv gesehen, meinte Khol. Jedoch werde von der EU erwartet, dass sie nicht einseitig Partei für die Palästinenser ergreife, sondern eine neutrale Haltung einnehme. (APA)

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