Indonesien befürchtet bis zu 40.000 Tote

30. Dezember 2004, 11:09
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Behörden warnen vor Ausbruch von Epidemien

Jakarta - Nach Sri Lanka hat auch Indonesien in der Nacht zum Mittwoch die offizielle Totenzahl bei der Beben- und Flutkatastrophe weiter heraufgesetzt. Der indonesische Vizepräsident Yusuf Kalla sagte am Mittwoch, die Regierung gehe jetzt von insgesamt 30.000 bis 40.000 Toten aus. Das Sozialministerium in der Hauptstadt Jakarta hatte Stunden zuvor mitgeteilt, die offizielle Totenzahl betrage jetzt 32.502.

Besonders schwer betroffen von dem Seebeben am Sonntag und der nachfolgenden Flutwelle war die Bürgerkriegsprovinz Aceh an der Nordspitze Sumatras. Vor Diplomaten sagte Kalla, zu befürchten sei, dass mindestens fünf Prozent der Bewohner der Hafen- und Provinzhauptstadt Banda Aceh die Naturkatastrophe nicht überlebt hätten.

Die Stadt hatte vor der Tragödie rund 300.000 Einwohner. In der Provinz Aceh leben rund 4,5 Millionen Menschen. In einer Pressemitteilung der Regierung hieß es, das Land benötige 150 Millionen Dollar Soforthilfe für Nahrungsmittel, Kleidung, medizinische Versorgung und Notunterkünfte. Mehr als 80 000 Menschen seien obdachlos geworden. Die Behörden warnten vor dem Ausbruch von Epidemien, da es an sauberem Trinkwasser in der betroffenen Region mangele.

Zuvor hatte auch die Regierung in Colombo erneut die Totenzahl erhöht. Dort sei jetzt der Tod von 21.715 Menschen offiziell bestätigt, teilte die Regierung Sri Lankas mit. Insgesamt hat die Erdbeben- und Flutwellen-Katastrophe in Südasien nach allerdings nur vorläufigen Angaben der Regierungen in Sri Lanka, Indien, Indonesien, Thailand, Myanmar, Malaysia und den Malediven mindestens 68.000 Menschenleben gefordert. Drei Tage nach dem Unglück war zudem das Schicksal von mindestens 3500 ausländischen Touristen noch ungewiss. (APA/Reuters)

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