Moldawien: Präsident kritisiert verzögerten russischen Truppenabzug

29. Dezember 2004, 18:10
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Moskau hätte schon im Jänner 2003 Truppen aus Transnistrien abziehen sollen

Chisinau - Moldawien hat die Verzögerung des Abzugs russischer Streitkräfte aus seinem Land scharf kritisiert. Russlands Truppen seien illegal in seinem Land stationiert, die Erklärungen des Kremls dazu seien dumm und unglaubwürdig, sagte Moldawiens Präsident Wladimir Woronin am Dienstag dem Fernsehsender ORT-Moldowa. Moskau übe nach wie vor großen Einfluss in der östlichen Provinz Transnistrien aus.

Der Kreml argumentiert, die Separatisten in Transnistrien verhinderten den Abzug, dieser müsse wegen der Spannungen zwischen der abtrünnigen Republik und Moldawien gestoppt werden. Zuvor hatte Moldawien im vorigen Jahr einen russischen Friedensplan abgelehnt.

Russland hatte sich ursprünglich verpflichtet, sämtliche Truppen und Material bis zum 1. Jänner 2003 abzuziehen. In der Region stehen noch etwa 1.800 russische Soldaten. Sie bewachen Waffen und Munition, die von der früheren Sowjetarmee zurückgelassen wurden. Transnistrien hat sich 1992 nach einem kurzen Krieg von Moldawien losgesagt, die Region will sich Russland anschließen. (APA)

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