Katholische Aktion gegen Polemik

28. Dezember 2004, 19:01
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Derschmidt: "Protestaktionen unter der Gürtellinie" schaden viel mehr als sie nützen

Wien - Maßnahmen zur Verhinderung von Abtreibungen statt "Polemik und überzogenen Aktionismus" hat die Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ), Luitgard Derschmidt, am Dienstag, dem "Tag der unschuldigen Kinder", gefordert. Sie distanziere sich von jenen, die Abtreibung "quasi als Menschenrecht" von Frauen betrachteten, aber auch von jenen, die alle an einer Abtreibung Beteiligten "als Schwerverbrecher abstempeln", so Derschmidt gegenüber Kathpress.

Versuch der Differenzierung

"Protestaktionen unter der Gürtellinie" wie zuletzt im Zusammenhang mit den Salzburger Landeskliniken "schaden viel mehr als sie nützen", betonte Derschmidt, die auch an der Spitze der Salzburger Katholischen Aktion steht. Dadurch würden LebensschützerInnen aus christlicher Motivation generell "in ein bestimmtes Eck gestellt". Aber: "Nicht nur 'eifernde Fundis' sind Abtreibungsgegner, sondern auch besonnene Christinnen und Christen."

Gewissensfrage "jedes Menschen"

Parteien-Hickhack halte sie in der Abtreibungsfrage grundsätzlich für "fehl am Platz": "Hier geht es um eine Gewissensfrage, vor der jeder Mensch steht." Sie halte es für legitim, in der Fristenregelung "das geringere Übel" gegenüber Abtreibungen in der "Grauzone der Illegalität" zu sehen. In Notsituationen befindliche Frauen dürften nicht wieder in die Kriminalität gedrängt werden. Freilich müsse immer wieder klargestellt werden, dass Abtreibung kein Recht sei, sondern verboten sei und nur unter bestimmten Umständen straffrei bleibe.

Flankierende Maßnahmen

Am besten könne diese Klarstellung dadurch erzielt werden, dass sich der Staat durch eine Reihe von Maßnahmen umfassend für den Schutz des Lebens einsetzt. Die nach der Fristenregelung 1975 in Aussicht gestellten flankierenden Maßnahmen seien nach wie vor "äußerst lückenhaft umgesetzt".

Derschmidt begrüßte den zuletzt vom Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser initiierten und auch von Kardinal Christoph Schönborn befürworteten Versuch, alle besonnenen und mit dem Thema befassten Kräfte an einen Tisch zu bringen - "mit dem Ziel, die viel zu hohe Zahl an Abtreibungen in Österreich deutlich zu reduzieren". Unmittelbar betroffene Frauen, Männer und ÄrztInnen sollten dabei ebenso im Blick sein wie politisch Verantwortliche. (APA)

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