Die wahre Härte ist akustisch: Fucoustic

29. Dezember 2004, 13:04
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Selbst Ian MacKaye von Fugazi ist überzeugt: Fucoustic deuten die US-Hardcorler akustisch - Live im B72

Das Thema "unplugged" kann bisweilen ordentlich in die Hose gehen. In der gleichnamigen MTV-Reihe entblößten sich beim Versuch, akustisch zu spielen, eine Reihe prominenter Künstler wahlweise durch Unvermögen oder schlichte Ahnungslosigkeit, was man sich darunter genau vorzustellen hätte. Etwa Boss Bruce Springsteen, der nach ein paar akustischen Stücken den Rockopa raushängen ließ.

Andererseits können akustische Deutungen versteckte, im Lärm des elektronischen untergegangene Feinheiten und Nuancen zutage bringen. Das Vorarlberger Duo Fucoustic kann man zu dieser Kategorie zählen. Zwar tragen die beiden kein eigenes Material vor. Aber ihr Ausgangsstoff ist gleichermaßen schwierig wie prestigeträchtig. Immerhin versucht man sich an Stücken der US-Hardcore-Altvorderen von Fugazi. Also eine jener legendären Wegbereiter-Bands aus den 80ern, die mit ihrem harten Rock und dramatisch gesetzter Stop-and-go-Ästhetik bis heute nachwirken. Fucoustic gelingt das so gut, das Fugazi-Chef Ian MacKaye dem Project seinen Segen erteilte. Heute präsentiert man die so entstandene CD "Fucoustic play Fugazi" im Wiener B 72. (flu/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29. 12. 2004)

29. 12. B72, 8., Hernalsergürtelbogen 72., 21.00 h
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