Regensburg, Schlingensief und die große Verwirrung

28. Dezember 2004, 17:34
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Regisseur dementiert Aussagen, er werde ein eigenes Theaterstück für die Stadt beisteuern

Regensburg/Berlin - Christoph Schlingensiefs angebliche Einbindung in die Bewerbung Regensburgs als Kulturhauptstadt Europas 2010 löste am Dienstag einige Verwirrung und widersprüchliche Meldungen aus. Angaben von Karlheinz Schmid vom Regensburger 2010-Büro, der Berliner Theaterregisseur werde ein eigenes Stück über die Donaustadt mit dem Arbeitstitel "Mir san mir" konzipieren, konterte Schlingensief, dass er gar nicht daran denke, ein neues Theaterstück zu schreiben. Es gebe keine Vereinbarung dazu und er könne zu Regensburg auch gar nichts sagen.

Man sei auf ihn zugekommen, ob er sich eine Mitwirkung an der Regensburger Bewerbung vorstellen könne. Er habe in den bisherigen Gesprächen lediglich vorgeschlagen, dass Vertreter der Stadt Regensburg eine Vorstellung seines zurzeit in der Volksbühne auf dem Spielplan stehenden Stückes "Kunst und Gemüse, A. Hipler - Theater als Krankheit" besuchen mit leicht verändertem Schlussteil, an dem möglicherweise auch Regensburger Domspatzen oder der Oberbürgermeister mitwirken könnten.

2010-Organisationsbüro: Alle Details fest vereinbart

Schmid hatte angekündigt, das Stück werde am 10. Februar in der Berliner Volksbühne aufgeführt. In dem 60 bis 90 Minuten langen Werk sollten der Mythos Bayern und die Klischees über das Bundesland aufgearbeitet werden.

Das Regensburger 2010-Organisationsbüro erklärte, dass bereits vor Weihnachten alle Details des Schlingensief-Stückes fest vereinbart worden seien. So seien sowohl das Honorar des Berliner Regisseurs wie auch der Kartenverkauf in der Volksbühne festgelegt worden, erklärte Schmid.

"So ist Schlingensief, er ist halt ein Künstler", meinte Schmid zu der Reaktion des Regisseurs auf die Regensburger Ankündigung. "In Bayreuth hatte er ja auch alles hingeschmissen und tagelang wusste keiner, wo Schlingensief ist." Schmid räumte allerdings ein, dass mit Schlingensief darüber geredet worden sei, wegen der Kürze der Zeit eventuell Fragmente aus anderen Werken des Regisseurs in das Regensburg-Stück zu übernehmen. (APA/dpa)

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