Dienstag Abend: 219 Personen in Schwechat gelandet - Drei Personen schwer verletzt

29. Dezember 2004, 20:00
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Flughafensprecher Mayer: Zwischenlandung in Istanbul war geplant - Patienten brauchten mehr Sauerstoff

Hoffnungsvoll warteten am Dienstagabend erneut zahlreiche Angehörige auf Urlauber, die mit einer AUA-Maschine aus vom Seebeben verwüsteten Gebieten in Thailand ausgeflogen worden waren. Das Flugzeug aus Phuket landete um 18.28 Uhr auf dem Wiener Flughafen in Schwechat. Auf dem Flug nach Wien haben sich laut dem Chef der Wiener Rettung und Einsatzleiter Alfred Kaff exakt 219 Personen befunden. Angeschlagen waren so gut wie alle, auch durch die körperliche Erschöpfung. 15 Menschen mussten in Krankenhäuser. Drei Personen waren schwer verletzt, darunter ein Kind, das beinahe ertrunken wäre.

Viele Patienten wollten so schnell wie möglich nach Hause. Sie wurden aber mit Notfallnummern ausgestattet.

Äußerst angespannt

"Die Passagiere sind in einem äußerst angespannten, ermüdeten Zustand", sagte Lassnig gegenüber Journalisten. Die meisten hätten drei Tage lang nicht geschlafen. Auch körperlich Unverletzte hätten psychisch einiges mitgemacht und seien traumatisiert. "Auch die müssen unbedingt psychosozial betreut werden", sagte Lassnig.

85 Rettungsautos

Insgesamt standen 85 Rettungsauto bereit, 20 davon waren gegen 19.00 Uhr bereits in Krankenhäusern. Einige leicht Verletzte wiesen Schnittwunden auf, die sich entzündet hatten.

Teilweise hatten die Passagier Gepäck bei sich, doch einige kamen nur in Badehose oder Badeschlapfen. Sie wurden sofort mit Decken und Winterkleidung versorgt. Auch die nicht Verletzten sollten überzeugt werden, sich betreuen zu lassen, sagte Lassnig. "Viele wollen aber sicher gleich heim."

Zwischenstopp in Istambul

Bei dem Flug war es zu einem Zwischenstopp in Istanbul gekommen. Laut AUA-Sprecher Johann Jurceka brauchte ein Patient dringend medizinische Betreuung. Laut Flughafensprecher Hans Maier sei diese Zwischenlandung geplant gewesen. Der Sauerstoff in der Kabine sei für die Patienten zu wenig geworden. Man habe zunächst gehofft gehabt, dass die Luft reiche.

AUA-Sprecher Johannes Davoras betonte, dass auf den Flügen noch genug Platz sei. Momentan fliege die AUA noch den regulären Plan. Auf die Frage, ob das Unternehmen die Verbindungen verstärken würde, sagte Davoras: "Wir hätten Kapazität." Es würden aber noch interne Gespräche laufen.

Am Mittwoch in der Früh kommen laut Davoras weitere 235 Passagiere, diesmal via Bangkok.

Noch Dienstagabend verließ ein zweites Rotkreuz-Team Wien in Richtung Phuket. Unter der Leitung des Niederösterreichers Josef Schmoll brachen sieben ÖRK-Mitarbeiter ins Katastrophengebiet auf, um österreichische Urlauber zu betreuen und die internationale Hilfe für alle Betroffenen zu unterstützen. (APA)

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