Steiert soll Russen Flügel verleihen

31. Dezember 2004, 13:28
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Der ehemalige Cheftrainer der Deutschen heuerte bei den Russen an. Ein großangelegtes Enwicklungsprogramm soll das Team an die Weltspitze bringen

Oberstdorf - Seine Ablöse als Cheftrainer war ein Knalleffekt im deutschen Team, nun kehrt Wolfgang Steiert als Coach des russischen Nationalteams in den Skisprung-Zirkus zurück. Der Deutsche unterschrieb am Dienstag in Oberstdorf einen Zwei-Jahres-Vertrag. Mit Steiert und auch einigen großen Investitionen in die Infrastruktur soll Skispringen in Russland voran getrieben werden. Bis 2008 soll auch ein Weltcup in Russland etabliert werden.

Die Bühne fehlt

"Wir haben derzeit keine FIS-homologierte Anlage in Russland. Wir mussten mit unserem Hilfsprogramm immer ins Ausland ausweichen", berichtete FIS-Renndirektor Walter Hofer. Wie wichtig aber auch Skisprung-Anlagen im eigenen Land zur Entwicklung sind, habe man am Beispiel Polen gesehen. "Da haben wir auch erst die Bühne bauen müssen, damit ein Adam Malysz auftauchen kann."

In Moskau und St. Petersburg werden neue, moderne Schanzen gebaut, bis 2007 soll die Anlage in der Hauptstadt fertig sein. Ab 2008 wäre auch ein Weltcup in der Kreml-Stadt möglich. "Sobald die Möglichkeit besteht, steht einer Weltcup-Nominierung nichts im Wege", so Hofer.

Macht braucht seine Zeit

Auf Steiert wartet eine interessante Aufgabe. Der Deutsche, der das russische Team am 13. Dezember übernommen hat, sieht großes Potenzial, auch in wirtschaftlicher Hinsicht. "Wir können eine Macht sein, aber das braucht noch seine Zeit." In etwa 20 Regionen gibt es etwa 3.500 Athleten, wobei sowohl die Anlagen als auch das Material noch auf altem Stand sind.

Bei der Tournee ist Steiert mit vorerst vier Athleten dabei. Auf Grund der Quote dürfen nur zwei in der Qualifikation antreten, die anderen beiden sind als Vorspringer im Einsatz. "Daher arbeite ich vorerst auch nur mit den vier besten Springern", so der Deutsche. (APA)

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