30 Spezialisten vom Krisenstab betreuen Österreichs Urlauber in Asien

29. Dezember 2004, 13:07
posten

Zwei Experten nach Khao Lak unterwegs - Außenamtssprecherin Astrid Harz: "Kontakt zu 60 Verletzten hergestellt" - Konsul Ferner betreut in Phuket 500 - 600 Österreicher

Ab Donnerstag so Außenamts-Sprecherin Astrid Harz, werden es insgesamt 30 Spezialisten aus dem Pool des Krisenstabs im Außenministerium sein, die sich um die von der Flut-Katastrophe in Südostasien betroffenen Österreicher an Ort und Stelle kümmern. Derzeit seien 27 Experten aus dem Pool in den Krisenregionen, den u.a. Außenministerium, AUA, Reiseveranstalter, Cobra, Innenministerium, Gesundheitsministerium, Rotes Kreuz und Verteidigungsministerium bilden und der praktisch rund um die Uhr tagt.

Vier Todesopfer könne sie bestätigen, so Harz gegenüber der APA. "Aber wir können nicht ausschließen, dass sich diese Zahl noch erhöht." Zu 60 verletzten Österreichern in der gesamten Krisenregion gebe es derzeit "in irgendeiner Form" direkten Kontakt. Sie könne aber den Verletzungsgrad der Betroffenen nicht spezifizieren.

Am Dienstag sind auch zwei Experten des Krisenstabs in das Urlaubsresort von Khao Lak entsandt worden. In dem deutschsprachig geführten Hotel "Sofitel Magic Lagoon Khao Lak" sollen sich 500 Urlauber befunden haben, davon rund 80 Prozent aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Hotel-Chef habe bestätigt, dass bisher 200 bis 300 seiner Gäste tot geborgen worden seien. Die Hotelgruppe Accor bestätigte zu Mittag, dass 35 Tote geborgen wurden. Rund 40 Österreicher sollen dieses Hotel gebucht haben. Über die Nationalität der Opfer war noch nichts bekannt.

Notpässe

Dem Außenamt lagen, so Harz am Dienstagvormittag gegenüber der APA, "keine Hinweise vor, dass in dem konkreten Fall Österreicher betroffen sind". Die Informationen aus Khao Lak seien aber, so die Außenamtssprecherin, "derzeit sehr dünn, das kann nur besser werden". Diese Verbesserung sollen die beiden Experten herbeiführen.

Am besten funktioniere die Betreuung der österreichischen Urlauber in Phuket, wo Konsul Edwin Ferner von der Botschaft in Bangkok seit Sonntag 500 bis 600 Personen persönlich betreut. Weiters erfahren Österreicher auch am Flughafen in Bangkok Unterstützung von Mitarbeitern des Krisenstabs. Sei es in Form von Notpapieren, Geld oder Kleidung. "Ferner hat bisher 25 Notpässe ausgestellt", sagte Harz.

Die Österreichischen Botschaften in den von der Flutkatastrophe betroffenen Ländern sind zur Zeit rund um die Uhr im Einsatz, um Hilfe zu leisten. Die Hauptaufgabe ihrer Botschaft sei es im Moment, mit Spitälern und Verletzten in der Krisenregion Kontakt aufzunehmen, so Ulrike Nguyen von der Vertretung in Bangkok. Den Urlaubern konnte etwa geholfen werden, Flugzeuge in die Heimat zu bekommen. Weiters werden u.a. Dolmetschdienste oder Maßnahmen zur Erstversorgung bereitgestellt. "Es ist wirklich schwierig, aber wir bemühen uns nach allen Kräften", so Nguyen. (APA)

Share if you care.