"Frauenbeteiligung in Europa"

28. Dezember 2004, 17:00
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Publikation zum vielfältigen politischen Engagement von Frauen in Europa und Wege zum Empowerment

Wien - Kürzlich wurde in Wien das neue Dossier der Katholischen Sozialakademie Österreichs (ksoe) "Frauenbeteiligung in Europa. Politische Partizipation mit feministischer Perspektive" von der Redakteurin Mag.a Margit Appel (ksoe) und der Leiterin des EU-Projektes "Empowering Women to active European Citizenship" Mag.a Michaela Moser vorgestellt.

Die Publikation will die Fülle an Zugängen, Sorgen und Hoffnungen in Bezug auf die "politische Gelegenheitsstruktur" der Europäischen Union zeigen - unterschiedliche Frauen gestalten die EU mit, nicht nur die in ihre Funktion bestellten oder gewählten Frauen. Ein Beispiel dafür sind frauenpolitische Stellungnahmen zu den Verfassungsprozessen im Rahmen der Europäischen Union und in Österreich. Sie machen laut Moser, die auch im Europäischen Anti-Armutsnetzwerk EAPN tätig ist, deutlich, dass ausgehend von den Lebensrealitäten von Frauen die Forderung nach einem sozialen Europa bzw. einem österreichischen Sozialstaat an oberster Stelle steht, die fortschreitende Politik der Privatisierung von Staatsaufgaben, der Deregulierung wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen und der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes zurückgewiesen wird, weil vor allem Frauen den Preis dafür zu zahlen haben.

Inhalt

Bekannte wie auch weniger bekannte engagierte Frauen haben ihre "Sichtweisen" für dieses Dossier zur Verfügung gestellt oder die Orte beschrieben, an denen sie politisch im europäischen Kontext engagiert sind. Ute Gerhard, Professorin für Soziologie in Frankfurt, bilanziert die Entwicklung der Europäischen Union als Rechtsgemeinschaft aus Frauensicht und tritt bei aller Kritik dafür ein, den Europäischen Integrationsprozess als eine politische Gelegenheitsstruktur auch für Frauen zu nutzen. Die Fortsetzung mit den Sichtweisen macht Bozena Choluj. Sie stellt die Licht- und Schattenseiten der Entwicklung der politischen Landschaft Polens nach der Wende dar.

Miyesser Ildem und Rabeya Müller gehen in ihrem Artikel vor allem der Frage nach, wie sehr sich religiös engagierte Frauen, besonders muslimische Frauen, in Europa zu Hause fühlen (dürfen). Welche Bilder wir über dieses Europa vor Augen oder im Kopf haben, damit beschäftigt sich der Beitrag von Gertraud Diendorfer und Heidemarie Uhl.

Orte ...

Die Beiträge zu den "Orten" eröffnet Michaela Moser. Sie stellt das konkrete Produkt des neuen EU-Projektes mit Ziel Frauenbildungsangebot vor und macht deutlich, wie viele interessante Frauenbildungsorte quer durch Europa für ein solches "wanderndes College", als das der Lehrgang gedacht ist, zur Verfügung stehen. Dass diese Frauenbildungsorte in ihren Ländern eine äußerst kraftvolle feministische Wirkung entfaltet haben und entfalten zeigen die Beiträge von Reinhild Traitler-Espiritu über das European Women's College in Zürich und von Alena Kralikova über das Gender Studies Zentrum in Prag.

Das Dossier endet mit einem Bericht von Joanna Barelkowska, die das Projekt der Wanderausstellung "Flusslandschaften an Oder und Neiße" beschreibt. Diese Austellung porträtiert Frauen, deren Engagement exemplarisch für alle steht, die sich beiderseits der deutsch-polnischen Grenze für das Zusammenwachsen der beiden Länder und damit auch für das Zusammenwachsen Europas einsetzen. (red)

Dossier "Frauenbeteiligung in Europa. Politische Partizipation mit feministischer Perspektive", 36 Seiten.
Euro 4,36 exkl. Versand.
Mehr Infos und Bestellung: www.ksoe.at
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