Schwere Unwetter in Süditalien

29. Dezember 2004, 21:55
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2.500 Personen evakuiert - Alarm auch in Umbrien

Rom - Starke Niederschläge und Schlammlawinen haben in Süditalien zu gefährlichen Situationen geführt. In der Kleinstadt Bracigliano südlich von Neapel mussten 1.500 Personen wegen Erdrutschgefahr in Sicherheit gebracht werden. Weitere 1.000 Personen planten ebenfalls, ihre Wohnungen zu verlassen. Auch in San Marzano sul Sarno könnten 4.500 Menschen noch im Laufe des Montag gezwungen sein, ihre Häuser aufzugeben, sollte sich die Lage verschlechtern.

Experten warnten vor Erdrutschgefahr nach den heftigen Niederschlägen der vergangenen Tage. Betroffen ist die gesamte Gegend, die am 5. Mai 1998 von einer verheerenden Schlammlawine überrollt worden war. Damals gab es 138 Tote.

Hagelstürme in Brindisi

Die süditalienische Hafenstadt Brindisi wurde von Hagelstürmen und Niederschlägen schwer getroffen, berichtete das italienische Staatsfernsehen RAI am Montag. Die Inseln Tremiti (Apulien) waren wegen schwerer Stürme isoliert.

Niedrige Temperaturen belasteten weiterhin auch Norditalien und die Region Umbrien. Kalter Nordwind blies in der Nacht auf Montag mit einer Geschwindigkeit bis zu 160 Stundenkilometern. Im gesamten norditalienischen Alpenraum warnten Experten vor Lawinengefahr über 2.000 Meter Höhe. Zwei Lawinen wurden am Montag in der Nähe der Bergortschaft Courmayeur gemeldet. Dabei kam es zu keinen Verletzten.

Häfen wegen rauer See lahm gelegt

Zu schweren Überschwemmungen kam es auch in Neapel, mehrere süditalienische Häfen lagen wegen der rauen See lahm. Die Verbindungen zwischen Neapel und den Inseln Capri und Ischia wurden unterbrochen. Auch die Fähren, die Sizilien mit den ionischen Inseln verbinden, standen still.

Auf dem italienischen Flughafen Rom-Fiumicino kam es wegen starker Winde zu Verspätungen. Zwei der drei Pisten des Flughafens wurden gesperrt. Hochwasser hält Venedig unter Druck. Es erreichte den Pegel von 128 cm, 60 Prozent der Straßen Venedigs stehen unter Wasser. Überschwemmungen gab es auch in Rom. Der Tiber ist wegen Hochwasser seit Montag nicht mehr für Boote und Schiffe befahrbar. (APA/red)

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    Schlechtwetter im Hafen von Neapel

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