Vier Österreicher unter den Todesopfern in Thailand

27. Dezember 2004, 21:42
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1.500 Österreicher in Katastrophenregion, zu 900 besteht kein Kontakt, Rückholaktionen geplant

Wien/Phuket - Bei dem verheerenden Seebeben im Pazifik sind nach Angaben des österreichischen Konsuls in Thailand, Edwin Ferner, mehrere Österreicher gestorben. Gegenüber dem Sender "Radio Arabella" bestätigte der Konsul am Montag in Phuket, dass davon auszugehen sei, dass drei Österreicher tot seien. Die Identität der Opfer werde aus Rücksicht auf die Angehörigen vorerst nicht bekannt gegeben. Seitens des Außenministeriums in Wien gab es für die Todesmeldung vorerst keine Bestätigung. "Wir versuchen, den Konsul zu erreichen", erklärte der Pressesprecher von Außenministerin Ursula Plassnik (V), Oliver Tanzer, auf Anfrage der APA. Darüber hinaus soll auch eine Tirolerin ums Leben geommen sein. Sie dürfte von den Wassermassen ins Meer hausgespült worden sein.

1.500 Österreicher in der Region

Nach Angaben des österreichischen Außenministeriums dürften sich rund 1.500 Österreicher - individuell reisende Rucksacktouristen konnten nicht erfasst werden - in den betroffenen Gebieten in Südostasien aufhalten.

Der Krisenstab im Außenministerium sei in der Zwischenzeit um Vertreter von Fluglinien und Reiseveranstaltern erweitert worden, berichtete Harz. "Es wird dahin gehend koordiniert, dass diese Österreicher möglichst rasch ausgeflogen werden können." Rückholaktionen sollen in Bälde anlaufen. So soll ein Flieger in die Hauptstadt Sri Lankas, Colombo, geschickt werden. Von dort soll er auch weiter nach Male, der Hauptstadt der Malediven, fliegen. "Soferne es die Lage zulässt".

Fluglinien stellen Kapazitäten zur Verfügung

Weiters soll ein Flugzeug über die burmesische Hauptstadt Rangun nach Phuket fliegen. "Die Fluglinien stellen Kapazitäten zur Verfügung." An Ort und Stelle sollen Vertreter der jeweiligen österreichischen Botschaften die Koordination übernehmen, damit diese Kapazitäten auch genutzt werden können.

"Wir haben unsere Präsenz in den Katastrophengebieten verstärkt. Ein Konsul der österreichischen Botschaft in Bangkok ist in Phuket vor Ort", so Harz, "er hat Notpässe dabei, Geldmittel und klärt ab, wo ärztliche Versorgung vonnöten ist. Er soll den Menschen in der schwierigen Situation helfen, sie beispielsweise informieren, wann es ein Flugzeug gibt."

Zu rund 900 Österreichern besteht kein Kontakt

Bisher habe es beim Außenministerium 900 Anfragen gegeben, so Harz. "Es gibt bisher 900 Namen, zu denen sich Leute gemeldet haben, dass sie zu Personen, die im Krisengebiet unterwegs sind, keinen Kontakt mehr haben." In manchen Fällen sei es den Angehörigen oder Freunden aber mittlerweile gelungen, eine Verbindung herzustellen. Harz: "Wir bitten die Leute, uns auch anzurufen, wenn sie einen Kontakt hergestellt haben. Wir sind über jede Entwarnung dankbar."

Erste Rückhol-Flüge landen 18.00 Uhr in Wien-Schwechat

Das erste Flugzeug mit heimischen Asien-Touristen wurde laut Austrian Airlines-Pressesprecher Johannes Davoras für Montag gegen 18.00 Uhr auf dem Airport Wien-Schwechat erwartet. 45 Österreicher seien am frühen Morgen in Colombo (Sri Lanka) in die Maschine zugestiegen und würden nun über Male - der Flughafen im Inselstaat ist laut Davoras seit zirka 06.00 Uhr MEZ "offen" - nach Hause fliegen. Wie viele Österreicher zusätzlich auf den Malediven zusteigen werden, sei noch nicht bekannt.

Wie die geplanten Rückholaktionen der AUA in den nächsten Tagen aussehen werden, sei, so Davoras, Gegenstand der Beratungen im AUA-Krisenstab, der am Montagvormittag tagte. (APA/Red)

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