Familien in Europa bangen um Angehörige

27. Dezember 2004, 15:09
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Mindestens 70 ausländische Touristen in Sri Lanka tot - 25 Italiener verletzt

London - Tausende Familien in ganz Europa haben am Sonntag besorgt auf Nachrichten von ihren Angehörigen gewartet, die ihren Weihnachtsurlaub in den Erdbebengebieten Südasiens verbracht haben.

Mindestens 70 ausländische Touristen in Sri Lanka tot

Bei der Flutwelle sind in Sri Lanka nach offiziellen Angaben mindestens 70 ausländische Touristen ums Leben gekommen. "Wir haben sie gestern mit Flugzeugen hergebracht, derzeit werden ihre Fingerabdrücke (zur Identifizierung) abgenommen", sagte der Generaldirektor des staatlichen Tourismusbüros, S. Kalaiselvam, am Montag. Die meisten Touristen seien an der Ostküste des Inselstaates ums Leben gekommen. Wegen unterbrochener Telefonleitungen dorthin hätten die Behörden Schwierigkeiten, schnell Informationen aus den Hotels zu erhalten.

Endgültige Zahlen sind allerdings noch nicht bekannt. Behördenkreisen zufolge waren unter den mindestens 130 Toten auf der thailändischen Ferieninsel Phuket mehrere Dutzend Ausländer. Auch bei deutschen Touristen ist die Insel in der kalten Jahreszeit beliebt.

25 Italiener verletzt

Rund 25 Urlauber aus Italien sind in Thailand und auf den Malediven verletzt worden. Dies teilte der italienische Außenminister Gianfranco Fini nach Angaben italienischer Medien vom Montag mit. "Laut unseren Informationen befinden sich 13 unserer Landsleute in Krankenhäusern in Phuket und sieben in Male", berichtete der Politiker. Der Zustand der Verletzten sei nicht Besorgnis erregend, meinte er. Fini koordinierte am Montag eine Krisenstabsitzung im Außenministerium in Rom.

Die meisten der Betroffenen sollen mit Flugzeugen der italienischen Regierung in ihre Heimat zurückkehren. Es wurden keine italienischen Todesopfer gemeldet, versicherte Fini. Zwei Flugzeuge seien bereits aus Male abgeflogen.

Das Außenministerium in Brüssel teilte mit, unter den Toten in Phuket seien eine 60-jährige Belgierin und ein Säugling, 17 weitere Belgier würden vermisst. Das dänische Außenministerium bestätigte den Tod von zwei Bürgern des Landes. Es werde aber mit einen Anstieg der Totenzahl gerechnet, da sich Medienberichten zufolge rund 6000 Dänen in Phuket aufhielten. Auch die schwedische Regierung beklagte den Tod zweier Landsleute in Thailand.

Israelische Behörden berichteten von zehn bis 20 Vermissten und mehreren Verletzten. Das Land schickte zur Versorgung seiner Staatsangehörigen sechs Ärzte nach Sri Lanka. Die russische Nachrichtenagentur Interfax meldete, dass etwa 1500 Russen ihre Ferien auf Phuket verbracht haben könnten. Der britische Außenminister Jack Straw sagte, Zehntausende Briten hätten sich zum Zeitpunkt des Bebens in der Katastrophenregion aufgehalten. (REUTERS/Red)

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