US-Experten sprechen von Stärke 9,0

30. Dezember 2004, 15:51
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Amerikanische Bebenwarte korrigiert ihre Angaben nach oben - Seebeben hatte Gewalt von einer Million Atombomben

Washington - Die US-Bebenwarte hat ihre Angaben über die Stärke des Seebebens in Südasien am Montag auf 9,0 von 8,9 nach oben korrigiert. Auf seiner Webseite teilte das Institut US Geological Survey (USGS) mit, das Seebeben sei damit das schwerste seit dem Beben im Prince William Sound von 1964 in Alaska gewesen.

Mit der Gewalt von einer Million Atombomben

Die Gewalt des verheerenden Seebebens im Pazifik sei mit der Explosion einer Million Atombomben wie jene in Hiroshima vergleichbar. Das sagte der Direktor von Italiens nationalem Geophysik-Institut (INGV), Enzo Boschi, am Montag im Interview mit italienischen Tageszeitung "La Repubblica".

"Die Weltkugel vibriert nach diesem Seebeben wie eine Glocke und wird es noch einige Tage tun. Dieses Beben hat eine derartige Energie ausgelöst, die Folgen auf die strukturelle Dynamik des Planeten hat", erklärte Boschi.

Ein Seebeben dieser Stärke sei "sehr selten". Es sei die Folge einer enormen Energieballung unter der Erdkruste. "Ein Beben dieser Stärke wurde seit 40 Jahren nicht mehr gemeldet. Das Erdbeben, das Chile im Jahr 1960 traf, hatte eine Stärke von über neun Grad auf der Richterskala", so Boschi.

Auch im Mittelmeer bestehe eine konkrete Gefahr von Seebeben. Vor allem die Meeresenge von Messina zwischen Sizilien und dem italienischen Festland sei gefährdet. Ein Seebeben im Jahr 1908 hatte auf Sizilien mehr als 100.000 Tote verursacht, sagte Boschi. (APA/Reuters/Red)

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