dag: Geknickte Billets

28. Dezember 2004, 15:46
3 Postings

Leserin Traute E. ist beinahe so geknickt wie ihre kunstvoll gebastelten Billets

Zu den Weihnachtsverlierern 2004 zählt (sich) Leserin Traute E. Sie ist beinahe so geknickt wie ihre zwei Dutzend kunstvoll gebastelten und verschickten Billets. Und das kam so:

E. ging zur Post, um die letzten drei einer Serie von Weihnachtsbriefen aufzugeben. (Etwa 20 waren davor schon in den dafür vorgesehenen Boxen im Amt gelandet.) Die junge Postlerin nahm eines der Kuverts, knickte es in der Mitte und sprach: "Unterfrankiert!" Wäre das Poststück richtig frankiert gewesen (0,75 statt 0,55 Euro), hätte es sich nämlich nicht knicken lassen. Oder anders: "Das Kuvert lässt sich nicht u-förmig biegen, also ist es zu schwer." Um ihren Worten Nachknick zu verleihen, knickte sie auch den zweiten Brief. - Kundin E. erkannte sofort die V-Form: unterfrankiert!

Und die Briefe in der Box? - Schaut schlecht aus. "Die Sortieranlage muss die Briefe u-förmig biegen können, dann sind sie leicht genug", erklärt die Postlerin. Das sei neu, "es hat aber eh eine Übergangsfrist gegeben", tröstet sie. Leserin E. bittet nun alle, die ihre Billets mit V-Knick erhalten und dafür auch noch Strafporto zahlen müssen, um Verzeihung. Und wenn noch einmal irgendwer "u-förmig" sagt, rastet sie aus! (DER STANDARD, Printausgabe, 27.12.2004)

Share if you care.