Versuchte Selbstverbrennung in Istanbul

28. Dezember 2004, 08:00
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Frau protestierte gegen Hochsicherheits-Gefängnisse

Istanbul - Eine Frau hat sich am Sonntag in Istanbul mit Benzin übergossen und angezündet, um gegen die türkischen Hochsicherheits-Gefängnisse zu protestieren. Vor der Tat auf dem belebten Taksim-Platz habe sie ein Banner mit der Aufschrift "Isolation beenden" entrollt, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu. Passanten eilten herbei, um das Feuer zu löschen. Die 26-Jährige überlebte, wie die Agentur meldete. Zunächst gab es keine Angaben über den Gesundheitszustand der Frau.

Verbotene Linkspartei

Die Aktivistin war laut Anadolu selbst im Gefängnis inhaftiert, sie verbüßte eine Strafe wegen ihrer Mitgliedschaft in der verbotenen Linkspartei DHKP-C. Diese steht an der Spitze des Protests gegen die türkischen Hochsicherheitstrakte, in denen ein bis drei Häftlinge in kleinen Zellen gefangen gehalten werden. Bei einem Hungerstreik gegen die Haftbedingungen sind seit dem Jahr 2000 schon 65 Menschen ums Leben gekommen.

Die USA und die EU haben die DHKP-C, der mehrere Bombenattentate vorgeworfen werden, als terroristisch eingestuft. Ihr Ziel sei der Sturz der Regierung in Ankara und die Installierung eines marxistischen Regimes. (APA/AP)

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